Skip to main content

Full text of "Ueber die altspanischen Präterita vom Typus ove pude"

See other formats


LaS.Gr 


Hanssen,   Friedrich 

üeber  die  altspanischen 
Präterita  vom  Typus  ove,pude. 


PRESEXTED  TO 

THE    LIBRARY 

BY 

PROFESSOR  MILTON  A.  BUCHANAN 

OF  THE 

DEPARTMENT  OF  ITALIAX  AXD  SPAXISH 

1906-1946 


W  TL 5*150 


UEBER  DIE 


ALTSPÄNISCHEN  PRATERITÄ 


VOM 


TYPUS  OVE  PUDE 

Von 
Prof.  Dr.  FRIEDRICH  HANSSEN 


( Separatahzug  aus  den    Verhandlungen  des  Deutschen   Wissenschaftlichen 
Vereins  in  Santiago,  Band  III.) 


506556 


VALPARAISO: 

IMPRENTA  DEL  UNIVERSO  DE  GUILLERMO  IIELFMANN 
Calle  de  San  Agüstin,  N."  39d. 

200331  18  9  8 


Ueber  die  altspanischen  Präterita  vom 
Typus  ove  pude 

von 
Prof.  Dr.  FRIEDRICH  HANSSEN. 


§  I.    Ansichten  einiger  Gelehrten. 

Eine  historische  Entwickelimg  der  Meinungen  der  Roma- 
nisten zu  geben,  beabsichtige  ich  nicht.  Die  in  diesem  Para- 
graphen enthaltenen  Notizen  haben  nur  den  Zweck,  fest- 
zustellen, was  gegenwärtig  als  die  herrschende  Meinung 
anzusehen  ist.  Es  handelt  sich  dabei  hauptsächlich  um  die 
Färbung  des  Wurzelvokals. 

Bei  W.  Förster,  Beiträge  zur  romanischen  Lautlehre, 
Zeitschrift  fiir  romanische  Philologie  III,  S.  481,  finde  ich 
Folgendes,  was  direkt  oder  indirekt  auf  die  erwähnten  Prä- 
terita Bezug  hat. 

S.  490  gibt  F.  eine  Disposition  seiner  Arbeit.  Darnach 
beabsichtigte  er  zu  behandeln  A.  den  Umlaut  durch  i  und 
B.  den  Umlaut  durch  u.  Es  ist  jedoch,  so  viel  ich  weiss,  nur 
der  erste  Teil  erschienen,  dessen  Quintessenz  ist: 

Durch  den  Einfluss  eines  nachfolgenden  i  verwandelt  sich 
a  in  e, 

offenes  e  in  geschlossenes  e; 
geschlossenes  e  in  i; 
offenes  0  in  geschlossenes  0; 
geschlossenes  0  in  u. 
S.  506  erwähnt  F.  die  in  Frage  stehenden  Präterita.     T3'-po- 
graphische  Schwierigkeiten  hindern  einen  wörtlichen  Abdruck, 
ich  umschreibe  deshalb,  wo  es  nötig  ist. 


„A7unerkung  2.  Portugiesisches  starkes  Perfect  zeigt  auch 
Vocalsteigerung  um  zwei  Grade,  einmal  bei  c\  teiiui  =  i.  tive 
u.  s.  f.  gegen  3.  teve,  darnach  estive;  das  andere  Mal  bei  0: 
potiii  =  I.  pudc  u.  s.  f.  gegen  3.  pode  (d.  h.  pode  mit  geschlosse- 
nem 0  zum  Unterschied  gegen  pode  mit  offenem  0  3.  Praes.) 
und  posui:  i.  piiz  u.  s.  f.  gegen  3.  poz  (wohl  mit  geschlossenem 
0,  obwohl  kein  Grammatiker /os  schreibt)/' 

„Diese  Formen  mit  ii  sind  ziemlich  durchsichtig:  das  ii  in 
der  I.  Perf.  ist  ein  secundäres,  ebenso  wie  das  geschlossene  0 
in  der  3.  secundär  ist;  ersteres  geht  Q.uf  pöidi  (Diez,  Hofpoesie 
118),  poudf,  potui,  das  andere  Tmi ponde  zurück.  Da  nun  alle 
6»/,  Oll  mit  offenem  0  zu  0/,  o;<  mit  geschlossenem  0  werden, 
so  gab  I.  Pf.  poidi  e,Ti6\\c\\  puidi,  pttide,  daraus /z^^t',  dagegen 
3.  Pf.  ein  poude  (so  bei  Constancio),  später  pode^ 

„Da  die  Constellation  potui  nur  in  der  i.  Pers.  vorkommt, 
so  sollte  theoretisch  das  Perfect  so  lauten:  i.  pude,  2.  jwdeste, 
3.  pödc,  4.  podcmos,  5.  podesies,  6.  podcräo,  woraus  durch 
Analogie  entstanden  ist  (so  bei  Pinheiro  und  Diez  S.  196): 
i. pude,  2. pudeste,  3. /(3rt'e  (so  bei  Diez  zu  lesen),  4. /z/(fc'w.05, 

5.  pudc'stcs,  6,  pudcräo.  Allein  noch  Constancio  kennt  dies 
nicht;  er  hat  i.  pude,  2.  pudesteoi\.QT  podeste,  '^.  poude  (alleinige 
Form),  i\.  pudimos  oäier  podemos,  ^.  podcstes  (alleinige  Form), 

6.  puderäo  oder  poderäo.  Für /ö.s?^/ stimmen  sogar  Pinheiro 
mit  Constancio  überein,  dass  sie  in  2.  4.  5.  6.  überall  „o  oder  u^' 
(nicht  etwa  „u  oder  0",  wie  bei  potui  Const.)  angeben.  Diez 
hat  (nach?)  bereits  uuiformirt:  puz puzesie poz puzemos  puzestes 
puzerdoJ"^ 

„A7imer/m?ig  j.  Das  starke  Pf.  im  Spanischen  hat  heutzu- 
tage tiberall  u,  entwickelt  aus  älterem  ou,  sowohl  für  0  +  u,  als 
e  +  u,  a  +  u.  Also  ebensowohl polui=*potcdi=piid(  als  le[n]ui 
=  *lotivi,  luve  (vgl.  alt  credidil=cfove,  crojive)  und  Jiabiii= 
haubi,  houbiy  hübe.  Dieses  ti  drang  durch  Analogie  aus  der 
ersten  Person  in  alle  Formen  ein." 

In  gewisser  Beziehung  zu  der  Frage  steht  auch  der  unmittel- 
bar folgende  Absatz,  weil  zu  erwägen  ist,  ob  in  hubieron 
doppelter  Umlaut  (einmal  durch  das  lateinische  u  und  einmal 
durcJi  das  /  des  Diphthongs  ie  bewirkt)  vorliegt: 


—  3  — 

,^An7nerhing  4.  Die  Flexion  der  <?-Verba  (i.  Klasse)  und 
o-Verba  im  Spanischen  ist  völlig  regelmässig  und  lediglich  eine 
Folge  des  Accentwandels;  also  Praes.  Ind.  siento,  aber  senti?nos\ 
duerfno,  aber  dor7mmos." 

„AufFtillig  ist  bloss  das  Eintreten  des  /  statt  e  vor  dem  Tone, 
wenn  der  betonte  Vocal  ein  anderer  ist  als  /.  Die  Erklärung 
von  Delius  Jahrb.  I,  355.  „Das  tonlose  ursprüngliche  c  in 
sinlio  (3.  Pf.)  ist  erst  dadurch  zu  i  geworden,  dass  das  io  (ivit) 
der  Endsilbe  nicht  mehr  io,  sondern  iö  betont  ward,  das  des 
Tons  verlustige  /  also  in  die  Stammsilbe  gerettet  ward"  er- 
klärt, wenn  sie  richtig  wäre,  nur  3  Pf.  {sintiö,  diirmiö)',  aber 
woher  sinticron  durmieron,  siiüämos  diirmämos,  sintäis  dur- 
7näis,  sinticre  durtJiiere,  sintiendo  durrniendof  Man  würde 
eher  durmi  erwarten  (vergl.  port.  siibi);  aber  gerade  umge- 
kehrt findet  sich  nie  /,  21  vor  /." 

Aus  H.  Schucliardt,  Zu  F(3rsters  romanischer  Vocal- 
steigerung,  Zeitschrift  für  romanische  Philologie  IV,  S.  113, 
interessirt  mich  an  dieser  Stelle  nur  ein  Passus,  der  sich  auf 
den  letzten  aus  Förster  citirten  Abschnitt  bezieht. 

S.  120  „Obwohl  Förster  sich  nicht  mit  Unrecht  auf  die 
Betrachtung  der  betonten  Vocale  beschränkt  hat,  so  hätte  er 
doch  wenigstens  jener  eigenthümlichen  Einwirkung  der  logu- 
dorischen  Vocale  auf  einander  gedenken  sollen,  welche  Spano 
O.  s.  I  5  f.  bespricht.  Denn  hier  werden  unbetonte  und  be- 
tonte Vocale  in  gleicher  Weise  behandelt,  so  dass  unter  jenen 
sich  ebensowohl  offenes  e  und  0  finden,  wie  unter  diesen;  wir 
haben  fast  die  Umkehrung  der  finnischen  Vocalharmonie:  der 
letzte  Vocal  eines  Wortes  bestimmt  nicht  selten  alle  übrigen, 
z.  B In  einer  Anmerkung  äussert  Förster  seine  Ver- 
wunderung über  das  unbetonte  i  und  u  in  span.  sinüiron,  diir- 
mieron,  sintämos,  diirmämos  u.  s.  w.  Schon  1872/3  habe  ich 
in  meiner  Vorlesung  über  spanische  Grammatik  den  Wandel 
von  e  und  0  zu  i  und  n.  auf  den  Einfluss  des  folgenden  i 
(  + Vocal)  zurückgeführt,  welches  freilich  in  scrdiamos,  dor- 
m/awzos  geschwunden  ist.  Diez  Gr.  3  A.  I  176  hatte  dies  für 
die  Formen  erkannt,  in  welchen  i  erhalten  ist,  und  mintiera,  sin- 
tiese  richtig  zu  citniento,  hiniestra  gestellt;  aber  II  181  gibt  er 


—  4  — 

nur  eine  negative  Erklärung  des  i.  Durmi  durfte  Förster 
nicht  erwarten,  da  dies  ja  ein  senli  neben  sich  verlangt;  sinii 
aber  widerspricht  jenem  spanischen  Gesetze  e-/=z-/,  welches 
Diez  an  der  ersteren  Stelle  anfülirt.  Für  meine  Behauptung, 
dass  dem  /  mehr  assimilirende  Kraft  eigen  ist  als  vollem  /, 
wüsste  ich  keine  bessere  Bestätigung,  als  die,  welche  in  dem 
Verhältniss  von  sintiö  zu  senti  liegt." 

J.  Cornu,  Melanges  espagnols,  Romania  XIII,  S.  285,  be- 
rührt denselben  Gegenstand. 

S.  297  „Si  \'c  reste  dans  la  formule  c-i,  il  n'en  etait  pas  de 
meme  en  ancien  espagnol.  II  y  a  eu  une  epoque  oü  eile 
devenait  regulierement  i~i.  Mais  pourquoi  dit-on  sintiö,  si?i- 
ticron,  mais  vcndiö,  vendieronf  C'est  une  question  que  Fürster 
ne  pose  point.  Je  crois  cependant  qu'elle  devait  etre  posee. 
Les  motifs  d'euphonie  que  Diez  fait  valoir  pour  expliquer  les 
premieres  de  ces  formes  n'existent-ils  pas  pour  les  secondes  et 
leurs  pareilles?" 

S.  290  erwähnt  C.  das  Auftreten  von  /  statt  c  in  Folge  von 
folgendem  u:  virtos,  contino,  mingua,  etc. 

Ausserdem  interessirt  mich  eine  Bemerkung  S.  291:  „Quant 
ä  l'anc.  esp.  conusco  et  convu&co,]Q  n'hesite  pas  ä  y  reconnaitre 
l'influence  de  Xu  sur  l'd." 

Aus  G.  Baist,  Die  spanische  Sprache,  Gröber's  Grundriss  I, 
ziehe  ich  Folgendes  aus. 

S.  714.  „Lat.  -lii  habui  hübe  asp.  ove,  ovi,  sapui  supe, 
*capui  cupe,  placuit  plugo,  potui  pude,  posui  puse.  In 
estuve  von  cstar  kann  man  schrittweise  Angleichung  von  cstide 
durch  asp.  estude  (nach  pude)  vermuten,  ebenso  die  wegen  der 
Begriffsverwandtschaft  angeglichenen  asp.  atidide,  midiide 
neben  jetzt  allein  giltigem  anduve  von  andar.  Bei  asp.  sove 
V.  seer  (neusp. //«'),  crovo  von  creer  (neusp.  creyö)  ist  eine  ge- 
wisse Beziehung  zur  Bildung  des  Futurums  nicht  zu  verkennen. 
Die  Gleichheit  der  Bedeutung  von  teuer  mit  haher  veranlasste 
die  Neubildung  luve.  Altsp.  ausserdem  noch  yogue  jacui, 
conuvo  cognovit  neben  conugo  nach  placer-plugo,  Iruxe 
*traxui." 


—  5  — 

Ueber  die  Gestaltung  des  Wurzelvocals  finden  sich  folgende 
Andeutungen:  S.  696  „sapui  snpc  (wegen  supieron,  siipicra 
u.  s.  w.)  alt  sope,  capui  ciipe  f.  cope,  habui  ove  Imbe,  jacui 
yogue.'-'-  8,698:  „Attraktion  von  11  in  posui  jö?^«^,  aus /^o5^, 
*poiise  wie  huhey  S.  700:  „Unter  den  Umgestaltungen  sind 
die  wichtigsten  der  Wandel  von  e  zu  ?,  0  zu  ii  bei  folgendem 
i-\-voc.:  simiente,  citniente,  prision,  pedi,  pidiö,  pidiero7i,  dormi, 
durmiö,  durmieron  vgl.  igxial,  Sigiienza,  ciniela,  viriiela.'-'' 
S.  713:  „Für  asp.  erhaltenes  0  trat  später  im  Anschluss  an  6 
und  die  abgeleiteten  Formen  u  ein  ove-hiibe.''  Den  Einfluss 
von  auslautendem  /  scheint  B.  zu  leugnen :  er  erklärt  hice  und 
quise  analogistisch. 

J.  Cornu,  Die  portugiesische  Sprache,  Gröber's  Grundriss 
I,  führt  S.  799  folgende  hierher  gehörige  portugiesische  Präte- 
rita  an:  coiibe  coubeste  coicbe — soube  soubcsle  soube  —  hotcve 
hoiiveste  houve — pude  apg.  ^vtchpuide,  pudcste  d.^g.  podeste, 
podc  mit  geschlossenem  0 — piis  puseste  {^v^g.  poscste)  pos  apg. 
auch  pose — joiive  joiiveste  jouve — proiive  apg.  auch  prougue — 
trousse  trousseste  trousse  apg.  und  heute  mundartlich  troiixe 
und  trouve. 

Dazu  bemerkt  er  S.  802:  „Anbildungen  an  ouve  sind  joiive, 
prouve  und  apg.  trotive." — „Angleicliung  an  apg.  veo  asp.  vieno 
venuit  und  an  die  neben  oiive,  prougue,  podc,  einst  vorhan- 
denen OJivo,  proiigo,  podo  sind  die  apg.  quiso,  fezo,  dixo  oder 
düsoy 

Die  Endungen  gibt  C.  auf  S.  733. 

Ueber  die  Gestaltung  des  Wurzelvokals  finde  ich  bei  C.  Fol- 
gendes: S.  729:  „Die  Perfecta  soube,  coicbe,  oiivc,  jouve, 
jjrougue  oder  prouve,  trousse  oder  trouve  veraltet,  welche  eine 
Aussprache  saupui  u.  s.  w.  voraussetzen."  S.  749:  „Gern  tritt 
Attraktion  des  u  ein,  ohne  dass  es  immer  an  ursprünglicher 
Stelle  getilgt  wäre:  Vouga,  vSLGUa,,  augua Die  Verbal- 
formen coube  capui,  soube  sapui,  /(o?ivc  habui,  trousse 
*traxui,  erklären  sich  ebenfalls  durch  Attraktion  oder  Vor- 
klang des  z^."  S.  734  wird  die  Schliessung  des  0  zu  u  in  pude 
und  pus  auf  das  i  der  Endung  zurückgeführt  und  es  wird  auf 
die  parallel  gehende  Entwicklung  in  estive  etc.  hingewiesen. 


—  6  — 

W.  Meyer-Lübke,  Grammatik  der  romanischen  Sprachen, 
gibt  II  iS.  2>-2  folgende  aus  lateinischen  Grundformen  ent- 
springende z^-Perfecta:  hubo,  yogo,  plngo,  supo,  piido,  tiivo, 
comivo,  zu  welchen  als  Analogie  formen  crovo  und  esUivo  hin- 
zukommen. 

Dazu  gibt  er  S.  331  folgende  Erläuterung:  „Das  ?<  trat  in 
den  Stamm,  a-\-u  ergab  dann  0,  o  +  u,  c  +  ti  aber  ii,  also: 


hovc 

pudc 

hovicsk 

pudiestc 

hove 

pude 

liovicmos 

pudiemos 

hovicstcs 

pndiestes 

hovieron 

pudicron 

Infolge  des  spanischen  ümlautsgesetzes  (I,  §  359)  wandelte 
sich  o-ic  zu  u-ic',  ferner  wurde  das  -c  in  3.  Sing,  nach  I  und  II 
durch  -0  ersetzt,  also: 


hovc 

pudc 

huvicstc 

pudiestc 

hovo 

pudo 

Jmvicjnos 

pudicmos 

ftuvicstes 

pndiestes 

hiivieron 

pudicron 

und  dies  hatte  dann  schliesslich  die  Vertauschung  von  hovc 
hovo  mit  hüte  huvo  zur  Folge.  Manche  alte  Texte  wie 
Alexander,  Hita,  Ildefonso  u.  s.  w.  halten  die  zwei  Klassen 
noch  ziemlich  auseinander." 

Das  erwähnte  Umlautsgesetz  lautet  I  S.  286:  „Zu  bestimm- 
tem Gesetz  hat  sich  die  Assimilation  im  Spanischen  ausge- 
bildet, wo  geschlossenes  e  vor  z-|- Voc.  zu  i  wird,  vgl.  hirviaitc, 
hinicstra,  lision,  tiniehlas,  simiente^  hizicron  u.  s.  w.,  beachtens- 
wert ist  miniroso  neben  mentira,  mentiroso." 

Ausserdem  kommt  noch  I  S.  259  in  Betracht,  wo  über  die 
Wirkung  von  auslautendem  /  gehandelt  wird:  „Auch  das 
Spanische  und  Portugiesische  gehen  wenig  weiter  als  das 
Französische.     Sie  lauten  geschlossenes  c,  o  um,  wenn  nur  ein- 


—  7  — 

facher  Konsonant  z^vischen  den  zwei  Vocalen  steht:  span. 
hize,   vinc,  quizc,  prisc,  hübe  ?m^  hohi,  ymgiic,  truje,  supe,  shex 

veinte.     Ueber  span.   2.  Sg.  -istc  s.  d.  Formenlehre Im 

Portugiesischen  sind  die  Bedingimgen  dieselben  :_^2,  quiz,  vim, 
dagegen  bleibt  au :  hoiive ,  ou  wird  u:  piidc  (3.  Sg.  houve—pode), 
gal.  houhen  2i\ier  piäden,  pusen  (posui.y'' 

Egidio  Gorra,  Lingua  e  letteratura  spagnuola  delle  origini, 
sagt  S.  147  Folgendes:  „La  seconda  classe  comprende  i  per- 
fetti  latini  in  -211,  e  quelli  in  -vi  (crevi,  cognovi,  che  gia  nel 
latino  Vulgare  s'eran  ridotti  a  *crcvui,  *co(jiwvia)  per  effeto 
della  propagazione  del  tipo  -id.  Tra  le  numerose  forme  pri- 
mitive 0  analogiche  che  di  questa  classe  si  perpetuarono  nello 
spagnuolo,  antico  o  moderno,  siano  ricordate:  habuit:  ovo, 
huho;—jacidt:  yogo  {mod. yaci); —placuii:  plogo, plugo;  — 
sapuit:  sopo,  siipo;  —  potuit:  podo,  piido;  —  *crcdmt:  crovo 
(oggi  creyö)',  —  *creviiit:  croio  (oggi  crecio)\  —  *cognovui: 
conuvo  (conociö);—  *sedui:  sovo  (oggi  scomparso);  —  *stctm: 
estudo  ed  estovo,  estuvo; — *capui:  copo,  ciipo;  e  cosi  pure  ana- 
logicamente:  andiido  e  anduvo  andö,  tovo  tuvo:  tcimity 

Die  betreffenden  Lautgesetze  erwähnt  G.  S.  13:  „^  si  altera 
in  0  (u)  (da  0  +  7^  da  a  +  u)  quando  venga  a  scontrarsi  con  u 
attratto  dalla  sillaba  seguente:  siipc,  anticamente  sopc  sapin 
Csmipi);  supo,  ant.  sopo  sapuit;  hübe,  ant.  höbe  habui;  joggte, 
ant.  iogid  jacui;  plugo,  ant.  plogo  placuitJ' 

.,'L'u  di  siipc.  hiihc  ecc,  da  mpe,  höbe,  si  deve  all'  intluenza 
delle  voci  verbali  arizotoniche  como  supiera,  hiibicra,  per  le 
quah  v.  n.*'  49." 

S.  29:  „Per  l'azione  di  fonemi  palatali  circostanti  a  si  altera 
en  e,  e  in  i,  0  in  u:  .  .  .hiinestra.  .ümiente.  .cimiento.  Jdrviente 
..tiniehlas. . lision . .  ligion . . ;  di  regola  nelle  voci  verbali:  pidiö, 
pidieron  (ma  pedi  ecc),  sintiö,  sintieron,  remidiö,  coiisintiö^ 
vistiö  ecc." 

Ueber  die  Wirkung  von  auslautendem  i  auf  den  Wurzel- 
vokal unserer  Präterita  spricht  G.  nicht,  doch  ist  aus  §  24  zu 
entnehmen,  dass  er  sie  zulässt.  Ob  er  in  picde,  puse  ausser- 
dem noch  Einwirkung  des  lateinischen  u  findet,  ist  nicht  er- 
sichtlich. 


§  2.    Materialsammlung'. 
Poema  del  Cid. 

Ove:   Prt.   I   ö/"  3321,    0//3320,    2  oiiste  3324,    ^  ovo  859, 

4  oviemos  21^2»  ^  omeron  11. — Fiit.  hyp.  i  ovier  3312,  3  öt^aere 
1909,  4  ovieremos  2z^6'j,  6  ovieren  2639.  —  Prt.  cj.  3  oviesse  20, 
ovisse  1820  (wohl  fehlerhaft,  jedenfalls  dritte  Person),  5  ovies- 
sedes  1944,  6  oviesse?i  520. 

Sove:  Prt.  3  sow  907,  6  sovieron  2823.  —  Prt.  cj.  3  soviesse 
1787. 

Tove:  Prt.  i  ;'ö?;e  3322,  3  tovo  959,  6  tovieron  664.  — Fut. 
hyp.  I  tocier  3081,  3  ^ö?,-?(?re  3142. — Prt.  cj.  3  toviesse  1417. 

Crove  (von  creer):  Prt.  3  crovo  357,  6  croüeron  3326.— 
Prt.  cj.  3  er  oviesse  1791. 

Yog-ue:   Prt.  3  yoyö  573. 

Plog"lie:  Prt.  3  plogo  304.  —  Fut.  hyp.  3  ploguiere  2626. — 
Prt.  cj.  3  plogiesse  2046. 

Sope:  Prt.  I  sopc  2202,  3  sopo  295,  6  sopieron  2^2.  —  Fut. 
hyp.  5  sopieredes  833. — Prt.  cj.  6  sopicssen  563. 

Pude:  Prt.  ^  pudo  233,  d^  pudiemos  11 17,  6 pudieron  1151. 
— Fut.  hyp.  3  pudier  2637,  5  pudieredes  1466.  —  Prt.  cj.  3 
jmdiesse  2'^yy,  pudies  309,  ^  pudiessemos  2662,  6  pudiessen 
1250. 

Puse:  Prt.  6  pusieron  348.  —  Prt.  cj.  6  pusiessen  1254. 
Respuse:  Prt.  3  rrespuso  710  u.  <"..  (y^espondio  3042  u.  ö.) 
Als  Priiterita  von  ^s^ar  und  andar  erscheinen:  estido  2i^2g, 
andidiste  343,  andido  1^26,   andidieron  434,  andidiessen  2839. 

Gonzalo  de  Berceo,  Geistliche  Gedichte. 

Ove:  Prt.  I  017  Mil.  250,  öt;-e  Sign.  28,  2  om^;«  S.  Mill.  114, 
oviste  S.  Dom.  430,  3  ovo  S.Dom.  526,  4  oviemos^.  Dom.  495, 

5  oviestes  Sacr.  85,  6  ovieron  S.  Dom.  749. — PI.  3  oviera  Sacr. 
32,  6  ocieran  Duelo  17.— Fut.  hyp.  5  ovieredes  S.  Dom.  459. — 
Prt.  cj.  I  oviesse  Mil.  817,  3  oviesse  S.  Dom.  256,  4  oviessemos 
S.  Dom.  205,  5  oviessedes  Duelo  59,  6  oviessen  S.  Dom.  444. 


—  9  — 

Sove:  Prt.  2  sovist  S.  Mill.  115,  3  sofo  Sacr.  48,  (smo  Sacr. 
178,  salmantinisclier  Schreiber),  6  soderon  Duelo  97. — Prt.  cj. 
3  so'cit's  Mill.  213,  6  soviessen  S.  Mill.  201. 

Tove:  Prt.  i  tovi  Duelo  152,  2  tovist  Mil.  230,  3  toco  S. 
Dom.  42,  6  tovieron  S.  Dom.  604  {tumeron  S.  Oria  54,  moder- 
nisirendei  Schreiber).  —  PI.  3  tociera  S.  Dom.  ^2-^. — Fut.  hyp. 
(3  tuviere  Mil.  868,  es  dürfte  tociere  zu  schreiben  sein),  5  to- 
vierdes  S.  Oria  160. — Prt.  cj.  6  toviessen  S.  Dom.  455. 

Trove  (von  trever'):  Prt.  3  troro  S.  Dom.  556. 

Estove  (von  estar):  Prt.  i  estoci  S.  Oria  197,  5  estovicstes 
S.  Oria  197. —  Fut.  hyp.  2  estoviei-es  S.  Oria  125. — Ausserdem 
findet  sich:  estido  Sacr.  99,  estidiemos  Duelo  148.  *) 

Crove  (von  crecei-):  Prt.  3  er 0^:0  Loor.  109. — Ausserdem 
findet  sich:  crescio  S.  Mill.  259. 

Crove  (von  creer):  Prt.  3  descroTO  Loor.  45. — Prt.  cj.  6 
cromessen  S.  Mill.  2'$,^. — Ausserdem  findet  sich:  credio  S.  Dom. 
546,  C7\'yo  S.  Laur.  95. 

Yogue:  Prt.  i  iogiä  Duelo  17,  3  iogo  S.  Dom.  610. — Prt. 
cj.  6  yoguiessen  S.  Dom.  465. 

Plogue:  Prt.  3  j^/cf/o  S.  Dom.  490. — Fut.  hyp.  3  ploguiere 
S.  Oria  175. — Prt.  cj.  i  ploguiesse  S.  Mill.  423. 

Sope:  Prt.  2  sopiste  S.  Dom.  766,  3  sopo  Sacr.  190,  (sujw 
S.Dom.  649),  6  sopieron  S.  Dom.  371,  {supieron  S.  Oria  loi, 
modernisirender  Schreiber). — Prt.  4  sopiesemos  Loor.  188. 

Pude:  Prt.  i  pudi  S.  Dom.  609,  jöö^e  Mil.  522,  t,  pudo 
Mil.  888  u.  ö.,  podio  Mil.  711,  jö2/^/ö  Mil.  78,  d^  pudiemos  S. 
Dom.  495,  podiemos  S.  Dom.  755.  —  Fut.  hyp.  i  pudicro  Mil. 
805,  podiero  Mil.  657,  2  podieres  S.  Dom.  664,  ^  pudieremos 
S.  Dom.  365. — Prt.  cj.  2  podiesses  S.  Dom.  765,  3  podies  Loor. 
loi,  6  pudiessen  S.  Dom.  357.  —  Es  überwiegen  die  Formen 
mit  u. 

Puse:  Prt.  I  pusi  Mil.  657,  pose  Mil.  6,  2  pmiste  S.  Dom. 
767,  posiste  Loor.  27,  3  ;??asö  Loor.  37,  ;>ö.s6)  Mil.  68. — PI.  3 
pusiera  Mil.  367. —  Es  überwiegen  die  Formen  mit  u. 

Connuve:  Prt.  6  connuvieron  Loor.  76. 

*)  Das  Verbum  a7idar  bildet  andido  S.  Dom.  666,  andidieron  S.  Oria  99; 
die  Form  anduvo,  welche  eine  Handschrift  in  S.  Dom.  37  bietet,  ist  falsch. 


—    10   — 

Gortzalo  de  Berceo,  Alexanderlied. 

Dasselbe  wurde  vom  Autor  castilisch  geschrieben ;  Ab- 
schreiber brachten  leonesische  und  sahiiantinische  Formen  in 
den  ven'tffenthchten  Text.  Ich  bezeichne  die  Lesarten,  die 
ich  für  leonesisch.  resp.  leonesisch  oder  salmantiniscli  halte, 
durch  1.,  und  die,  die  mir  salmantinisch  scheinen,  durch  s. 
Natürlich  ist  dies  in  vielen  Fällen  sehr  unsicher. 

Ove:  Prt.  I  ore  792,  2  oviste  1620,  ovieste  1487  1.,  3  ovo 
1234,  5  oviestes  34,  6  ovieron  i^g$,  orioron  126^  s. — PI.  2 
ovieras  546,  3  oviera  i2y^,  6  ovieran  2004. — Fut.  hyp,  i  ovieir. 
102,  2  ovieres  15 16,  3  omer  674,  4  omemnos  1693  1.,  5  ovierdes 
67  1.  —  Prt.  cj.  I  huviese  897  (modernisirte  Form),  2  oviesses 
1758,  3  oviesse  75,  ovies  284,    6  oviessen  1397. 

Sove;  Prt.  3  sovo  12^2,,  suvo  1872  s.,  5  soviestes  170,  6  so- 
vieron  582. — Fut.  hyp.  i  sooiere  102,  2  sovieres  862. — Prt.  cj.  6 
soviesse7i  405. 

Tove:  Prt.  3  /öi-c  1261,  tuvo  376  s.,  4  tociemos  g22,  5  wa^z- 
toviestes  1695,  6  tovieron  250,  tuvioron  11 34  s.,  mantomoron 
716  s.  —  PL  3  toviera  82.  —  Fut.  hyp.  2  tovieres  55,  6  tovieren 
2090.  —  Prt.  cj.  2  toviesses  880,  tuvisses  42  s.,  3  toviesse  94, 
iöy?^«  231,    6  tovi essen  715. 

Estove:  Prt.  cj.  3  estooies  1362. 

Estode:  Prt.  6  estodieron  269  1. — PL  3  estodiera  1613  1. 

Estude:  Prt.  3  estudo  2076  1.  —  Es  findet  sich  auch  ß5?!?V/ö 
12 16,  estiedo  546  1. 

Andode:  Prt.  6  andodioron  2135  s.  —  Es  findet  sich  auch 
andido  316  und  andaron  1605  1. 

Yogue:  Prt.  3  yo/yr-»  839.^ — Prt.  cj.  3  ioguiesse  i"]^"],  ioguies 
2094. 

Plogue:  Vxi.  '^  plogo  1372,  progo  1913L  —  Prt.  cj.  3  jcrö- 
ffuiesse  2088  1. 

Trogue:  Prt.  3  trogo  282  L,  4  trogyemos  1288  L,  6  ^ro- 
guioron  1425  s.— Prt.  cj.  3  troguies  95  1. — Vergleiche  troxe. — 
Es  findet  sich  ausserdem  trasco  1213  im  Reim. 

Troxe:  Prt.  3  troxo  1341  L,  6  troxieron  425  1.  —  PL  3 
troxiera  yyy  1. — Fut  liyp.  3  troxier  924  I.  . 


II  — 


Sope:  Prt.  i  sope  88,  3  sopo  102,  soho  1188  1.,  6  sobieron 
376  1.,  sopioron  577  s.,  sobioron  1420  s.— PI.  3  sopiera  1036.— 
—Prt.  cj.  I  sopiesse  271,  3  sojiies  1089,  5  sopiessedes  238, 
6  sopiesse??  16. 

Cope:  Prt.  cj.  6  copiessen  692. 

Pude:  Prt.  i  ^w^/e  ino,  pud  1106,  2  podisfe  4S4^  podieste 
1620  1.,  3  pudo  1238,  4  podiemos  1144,  5  podiestes  1343, 
6  podieron  98,  podioron  6^6  s.— PI.  3  podiera  124,  6  podieran 
ic^gi,  —  Yut  hyp.  2  pudieres  S5,  podier  es  61,  4  podiermos, 
1289  1.  —  Prt.  cj.  ^  pudies  863,  podies  i^ii,  ^  jwdiessemos 
1251,  6  pudiesen  ^^7,  jööf/ecssew  676. —  Wenngleich  die  For- 
men mit  0  dem  Dialekt  des  Dichters  nicht  fremd  waren,  so 
sind  sie  doch  durch  die  Schreiber  erheblich  vermehrt  worden. 

Puse:  Prt.   3  puso  105,    repuso  120,    6  pusieron  2g6,    po- 
sieron   181,    posioron  899  s.,    jmsioron  713  s.— Prt.  cj.  2  ;?^<- 
s^■<?sse5•  291,    3  jöös/ßsse  1391,    6  posiessen  220. — Die  Zahl  der 
Formen  mit  0  ist  durch  die  Schreiber  vermehrt  worden. 
Respuse:  Prt.  3  respuso  44. 

Apollo  niusgedich  t . 

Ove:  Prt.  I  ove  126,  2  oviste  84,  3  ö?;ö  5,  4  oriemos  547, 
5  oviestes  9,  6  oz.-2>röri  20.  —  PI.  3  o^«;?era  377.  -  Fut.  hj^p.  i 
kaviere  138.— Prt.  cj.  6  omessen  596. 

Sove:  Prt.  3  söro  418. —  Prt.  cj.   i   somes  116,    3  ssö^/ßse 

374- 
Tove:  Prt.  i  tove  357,    ^^tow  46,    6  tozieron  ^2-] . —  J^ut. 

hyp.  5  tovieredes  358. 

Estove:  Prt.  cj.  3  estomes  524. 

Estude:  Prt.  cj.  2  estudieses  2^2.  —Ausserdem  findet  sich 
estido  134.— Das  Präteritum  von  andar  ist  andido  134. 

Yogue:  Prt.  ijogo  320.— Prt.  cj.  i  yogues  131,  3  yoguiesse 
449,    5  ioguiesedes  319. 

Plogue:  Prt.  -^  plogo  114. 

Sope:  Prt.  3  sopo  185  u.  ö.,  supo  20,  6  sopieron  35. — 
Prt.  cj.  2    ssopiesses  537,    supiesses  503,    3  sopiesse  551. 

Pude:  Prt.  3  ;?2^f/ö  5,  ^  pudieMOS  2go,  c^  jmdiestes  <),  d  pu- 
dieron6i.—Y\\i.\\y^.   2  pudieres  ^0,    c^  pudierdes  166,    6  ;??<- 


—    12   — 

dierenioi. — Prt.  cj.    i  pudiesse  igz,    2  pudieses  2^j,    t,  pudies 
481,    4  pudiese?nos  243y  6  pudiesen  igS. 
Puse:  Prt.  3  2)uso  21,  6  pusieron  97. 

Dokumente  von  Silos. 

Dokumente  der  Abtei  von  Silos  veröffentlicht  von  Marius 
Ferotin,  Recueil  des  chartes  de  l'abbaye  de  Silos,  Paris  1897. 
Ich  benutze  aus  diesem  vortrefflichen  Werke,  das  eben,  wo 
ich  in  Begriff  bin,  diese  Arbeit  abzuschliessen,  in  meine  Hände 
kommt,  die  aus  Silos  selbst  stammenden  Dokumente  des  13. 
Jahrhunderts  *),  und  zwar  sind  dies  folgende:  113  (vom  Jahre 
1231),  121,  126,  130,  136,  195,  211,  218,  225,  229,  235,  241, 
275,  2y'^,  281  (vom  Jahre  1295). 

Ove:  Prt.  5  oviestes  275. — Fut.  hyp.  3  ovicrc  130,  6  ovieren 
235. — Prt.  cj.  5  oviessedes  22^. 

Tove:  Fut.  hyp.  i  toviere  2^1,    3  toviere  130. 

Pude :  Fut.  hyp.  5  pudieredes  1 30. 

Puse:  Prt.  l  pus  195,  4  pusiemos  211. — Prt.  cj.  t,  pusiesse 
195. 

Fuero  juzgo  XTI  3,    De  las  leyes  nuevos  de  los  judios, 
cod.  Malp.  2. 

Ove:  Fut.  hyp.  3  oviere  l,  4  omermos  l,  6  ovieren  4. — Prt. 
cj.  6  oviesen  12. 

Tove:  Prt.  3  mantovo  15,  4  toviemos  1. — Fnt.  hyp.  3  toviere 
22,  6  mantomeren.  8. —  Prt.  cj.  6  toviesen  4. 

Crove  (de  creer):  Prt.  4  croviemos  4,  6  crovieron  15.— Fut. 
hyp.  3  croviere  i,  6  er  ovieren  2"/. 

Sope:  Prt.  3  sopo  28.— Fut.  hyp.  3  sojnere  24. 

Pude:  Prt.  3  pudo  15. 

Andude:  Prt.  3  andiido  15. 

Puse:  Prt.  i  pus  15,  3  puso  15,  /\  pusiemos  3.  —  PI.  6 
pusieran  28.— Fut.  hyp.  7,  pusiere  17  {ponier  17). 

*)  In  Bezug  auf  das  Possessiv  sei  nur  bemerkt,  dass  die  Dokumente, 
wie  zu  erwarten  war,  im  Masculinum  zwischen  mio  und  mi,  so  und  5« 
schwanken;  im  Femininum  erscheinen  mi  und  su^  ganz  vereinzelt  so. 


—  13  — 

Uehersetzung  der  Geschichte  der  Goten  des  Erzbischofs 
Rodrigo,  Documentos  incditos  88. 

Ove:  Prt.  i  ove  80,  2  ovieste  66,  3  ovo  i,  4  oviemos  47, 
6  ovieron  2. — Prt.  cj.  3  oviese  47,  6  oviesen  75. 

Sove:  Prt.  6  sovieron  93. 

Tove:  Prt.  3  ^ö?;ö  6,  re^ö«;ö  36  (ganz  ausnahmsweise  retuvo 
90),  6  tovieron  7. — Prt.  cj.  3  mantoüiese  47,  6  toviesen  28. 

Cr  ove:  Prt.  3  cröe?ö  56. 
Yogue:  Prt.  3  yogo  36. 
Plogue:  Prt.  'i  plogo  zy. — PI.  iploguiera  2"]. 
Sope:  Prt.  I  sope  66,  3  sopo  9,  6  sopieron  9. 
Troxe:  Prt.  3  troxo  9. —Es  findet  sich  ausserdem:  traxo  71, 
trasxiera  9,  trayo  36,  trayeron  36. 

Pude:  Prt.  i  /»z^ir/  84,  2  pudiste  47,  3  /?Mf/ö  9,  4  jmdiemos 
74,  6  pudieron  9. — Fut.  hyp.  3  jmdiere  2"]. 

Estude:  PI.  3  estudiera  36. — Prt.  cj.  3  estudiese  36. — 
Ausserdem  findet  sich  es^«öfö  61. — Das  Präteritum  von  andar 
ist  andido  61,  oMdidieron  59. 

Puse:  Prt.  3  jö^<so  3,    6  pusieron  4.  —  PI.   3  pusiera    2']^ 
6  pusieran  56.  —  Prt.  cj.  3  pusiese  36,  6  pusiesen  56. 
Respuse:  Prt.  3  rcspuso  19. 


-Das  Gedicht  von  San  lldefonso. 

Ove:  Prt.  3  ^,0^0  Seite  323  b,    6  hovieron  324  b.  —  Prt.  cj.  3 
hobiese  324  a. 

Tove:  Prt.  i  tobe  326  a,   3  i!ö6o  326  a,   6  maMomeron  328  a. 
Plogue:  Prt.  "iplogo  330  a. 

Sope:  Prt.  3  6'ö/>ö  325  b. — Prt.  cj.  6  sopiesen  328  a. 
Pude:  Prt.  3  pudo  324  b,    6  podieron  329  a. — PI.  i  piidiera 

327  a. — Fut.  hyp.  2  pudieres  324  a. 

Puse:  Prt.  2  posiste  325  b,  3  compuso  328  a,  5  compusiestes 

328  a. — PI.  3  pusiera  329  b. 

Das  Präteritum  von  ßs^ar  ist  ßsiiVfö  330  a. 


—  14  — 

Mac'stre  Jacoho  Ruiz,    Flores  de   las  leyes,  Memorial 
histörico  II. 

Ove:  Prt.  I  oce  3,  i,  7,  3  ovo  2,  i,  i.  —  Fut.  hyp.  3  oder  i, 
10,  I,  ociere  i,  15,  4,  5  ovieredes  3,  i,  2,  6  ovieren  2,  3,  l. — 
Prt.  cj.  6  ovi essen  i,  i,  4. 

Tove:  Prt.  3  ;;(??;ö   i,  8,  3.  —  Fut.  hyp.  3  tomere  3,  2,  i 

5  toiiered.es  i,  12,  7,    tomerdes  3,  2,  7. — PL  3  toviera  i,  8,  3. 
Yogue:  Fut.  hyp.  3  yoguiere  2,%,  i. 

Sope:  Fut.  hyp.  3  sopiere  2,  3,  i,  6  sopieren  i,  2,  i.  —  Prt. 
cj.  I  sopiesse  Intr. 

Pude:  Prt.   3  pudo    i,  12,  6.  —  PI.   5  pudierades   i,  12,  2, 

6  pudieran  3,  3,  2. — Fut.  hyp.  3  pudiere  i,  15,  4,  5  pudieredes 
ij  5>  3)  6  pudieren  l,  2,  3. — Prt,  cj.  I  pudiesse  Intr.,  3  pudiesse 
\,  2,  4,  (5  podiessedes  lutr.) 

Puse:  Prt.  I  jwi<.§  3, 1,  7,  3  />i!^6'ö  I,  15,  5,  5  piisiestes  i,  13,  i. 
— Fut.  hyp.  3  pusiere  i,  10,  l. 


Urkunden    Alfonso   des  X,    veröffentlicht    im  Memorial 
histörico  7,  /A 

Ove:  Prt.  I  hohe  46,    3  ovo  112,  4  ociemos  56,    ocimos  22S, 

5  Oüiestes  115,  6  ovieron  2^. — PL  3  oviera  22S,  4  orieramos  22%, 

6  ovieran  89. — Fut.  hyp.  3  öc^tTc  7,  o»?<?r  90,  4  ovieremos  22g, 
6  ovieren  15,  (uvieren  33). — Prt.  cj.  3  oviesse  20,  (hubiese  65), 
4  oviesemos  56,  5  oviesedes  Sy,  6  oviessen  23. 

Sove:  Fut.  hyp;  3  sovieren  21. 

Tove:  Prt.  i  iJö^jß  20,  (^Jw^e  180),  3  ;!ööö  22^,  {tavo  134), 
4  toviemos  56,  tovimos  22g,  5  tovistes  140,  6  tovieron  21. — Fut. 
hyp.  I  toviere  24,  3  tohiere  119,  ^^öp/cv  102,  4  tovieremos  104, 
6  tovieren  22g,  lavieren  22g.  —  Prt.  cj.  i  toüiese  157,  3  toviesse 
6,  4  toviesemos  89,  tubiesemos  119,  5  toviesedos  115,  6  toviessen 
182. 

Andove:   Prt.  cj.  6  andoviesen  179. 

Andude:  Prt.  6  andudieron  140. 

Anduve:  Fut.  hyp.  3  anduviere  119,  6  andubieren  84. — Prt. 
cj.  3  andubiese  5. 


Estove:  Fut.  hyp.  3  estoviere  22(),  6  estobierenilz.  —  Prt. 
cj.  6  estoviesen  22g. 

Estude:  Fut.  hyp.  3  estudiere  102,  6  estudieren  115. 

Estuve:  PI.  5  estuviera  228.  —  Fut.  hyp.  3  estubiere  128, 
6  estuvieren  115.  140. 

Plogue:  Fut.  hyp.   2>  P^oguiere  95. — Prt,  cj.  i  ploguiese  97. 

Sope:  Prt.  3  miJO  228,  4  sopiemos  59,  sopimos  228,  6  so- 
pieron  23. — Prt.  cj.  6  sopiese?i  86. 

Cope:  Fut.  hyp.  6  copieren  55. 

Troxe:  Prt.  6  trojieron  89,  truxieron  140.  —  Fut.  hyp.  3 
troxiere  128,  6  troxieren  25  u.  ö.,  trugieren  179. — Vergl.  trajere 
5,  traxeren  104. 

Pude:  Prt.  I /»Mfl^  115,  3 /JM^ö  228,  4  pudimos  228,  (podi- 
mos  228),  5  pudiestes  8y,  6  pudieron  65.  —  PI.  4  pudieramos 
228.  —  Fut.  hyp.  I  jmdiere  115,  pudier  140,  3  pudiere  2^, 
/\  pudieremcs  140,  (5  podieredes  94),  d  pudier en  5, — Prt.  cj.  3 
pudiese  23,  4  pudiesemos  228,  (podiesemos  22()),  6  pudiesen 
34,  {podiesen  89). 

Puse  :  Prt.  I  jöi^s  7,  3  puso  ijs,  4  ptisiemos  ^6,  {posimos 
22g),  ^  pusistes  140,  6  pusieron  56. — PI.  6  pusieran  90. — Fut. 
hyp.  I  pusiere  2"/,  4  pusieremos  182,  5  />?<S26'/'6y4's  140,  6 
pussieren  128. — Prt.  'i  pusiese  86,  6  pusiessen  182. 


Altszug  aus  der  spanischen  Chronik   des  Königs  Alfonso  X, 

veröffentlicht  von  R.  Menendez  P.,  Za  Leyenda  de  los 

Infantes  de  Lara,  Madrid  1896. 

Ove:  Prt.  I  öi^e  Seite  238,  3  ow  221,  4  oviemos  225  (die 
meisten  Handschriften  haben  otimos^  doch  hat  die  wichtige  E 
oviemos),  6  ovieron  208. — PL  6  ovieran  224. — Fut.  hyp.  i  oviere 
225,  2  ovier-es  238,   5  ovieredes  219. 

Tove:  Prt.  3  iJöW  225.  —  Fut.  hyp.  5  tovieredes  212.  —  Prt. 
cj.  I  toviesse  217,   5  toviessedes  212. 

Plogue  :  Prt.  3  ^/ö^ö  209. — Prt.  cj.  3  ploguiesse  212. 

Sope:  Prt.  3  sopo  209,    6  sopieron  212. 


—  i6  — 

Troxe:  Prt.  2  troxiste  233,  4  troximos  234  (eine  Hand- 
schrift hat  traximos  und  E  hat  aduxiemos),  6  troxieron  237 
(es  finden  sich  die  Varianten  aduxieron,  traxieron,  truxieron.) 

Pude:  Prt.  3 /'^^(/ö  209,  c^  pudiestes  22c^  (die  Handschriften 
haben  pudiestes^  podistes,  pudistes,  doch  ist  pudiestes  am 
besten  bezeugt). — PI.  i  pudiere  214,  3  pudiera  216. — Fut.  hyp. 
I  pudiere  241,  4  pudieremos  230,  5  pudieredes  219.  —  Prt.  cj. 
3  pudiesse  223. 

Andude:  PI.  3  andadiera  216.  —  Daneben  findet  sich 
andido   212   (Variante:   andudo),    andidieron   224    (Variante: 

Puse  :  Prt.  ipusieron  217. — Prt.  cj.  6  pusicssen  236. 


Astronomie  des  Königs  Alfonso  X.  *) 

Ove:  Prt.  3  öi'ö,  I,  7,  17,  4  oviemos  2,  175,  11.  —  Fut.  hyp. 
ö^v'er  2,  26,  14.  —  Prt.  cj.  3  oviesse  2,  4,  7.  —  Ausserdem  findet 
sich:  avieres  2,  205,  33,  ay?ßr  3,  131,  4. 

Tove:  Prt.  4  todiemos  3,  163,  16.  —  Prt.  cj.  3  twviesse  i, 
50,8. 

Estove:  Fut.  hyp.  3  estomere  i,  76,  21,  6  estuvieren  i, 
76,  24. 

Estode:  Fut.  hyp.  3  estodier  3,  229,  16.  —  Prt.  cj.  3  estodies 
2,  22,  5. — Ausserdem  findet  sich  estediste  2,  219,  26. 

Andove:  Fut.  hyp.  3  andoviere  i,  15,  17. — Prt.  cj.  6  andii- 
viessen  i,  16,  22. 

Sope:  Prt.  4  sopiemos  2,    175,   i. — Fut.  hyp.   2   sopieres 

2,  46,  16,  3  supiere  i,  62,  33. 

Pude:  Fut.  hyp.  2  pudieres  3,  252,  7,  podiercs  2,  22,  25. — 
Prt.  cj.  ^  podiessen  i,  8,  21. 

Puse:  Prt.   i  puse  3,  n,  21,    2  possiste  2,  12,  17,    2>  P^sso 

3,  175,  27,    ^  possiemos  2,  62,  8,    6  possierofi  i,  55,  16.  —  Fut. 
hyp.  2  pussieres  i,  171,  11,  posieres  2,  50,  9. 

*)  Das  Material  der  Astronomie  entnehme  ich  aus  meinem  Artikel  über 
die  Orthographie  der  Astronomie.  Es  ist  nicht  für  den  vorliegenden  Zweck 
gesammelt  und  ist  daher  vielleicht  nicht  vollständig. 


—  17  — 

Jumi  Manuel,  El  lihro  de  la  caza,  herausgegeben  von 
G.  Baist,  Halle  1880. 

Ove:  Prt.  3  o€0  42,  9.— Fut.  hyp.  3  oviere  6,  23,    6  ooteren 
15,  7._Prt.  cj.  3  oviesse  9,  29,    6  ooiessen  38,  18. 

Tove:  Prt.  3  toco  3,  21.— Fut.  hyp.  3  toviere  29,  16. 

Sope;  Fut.  hyp.  3  so^iere  33,  29.--Prt.  cj.  3  sopiessezy,  7. 

Troxe:  Vrt.  (>  troxieron  80,  12.— Fut.  hyp.  3  troxiere  25, 
13  und  öfter.— Ausnahmsweise  findet  sich  traxiere  11,  2. 

Pude:  Prt.  3  pudo  i,  4.— Fut.  hyp.  3  P'tdierc  26,  3,  G  pu- 
diercn  16,  23.— Prt.  cj.  ^  pudiesse  3,  6. 

Estude:  Fut.  hyp.  3  esüuliere  28,  6,    6  estudieren  48,  16. 

Estode:  Fut.  hyp.  3  estodiere  58,  16.— Es  findet  sich  ausser- 
dem estediere  23,  12. 

Andude:  Fut.  hyp.  3  andudiere  29,  i  und  «jfter. — Es  findet 
sich  ausnahmsweise  a;ir/«V/ö  74,17- 

Puse:  Prt.  3  pu80  i,  2. 

Documents  des  archices  de  la  chamhre  des  comptes  de  Navarra, 
herausgegeben  von  Brutails,  Paris  1890. 

I.  Dokumente  des  13.  Jahrhunderts. 

Ove:  Prt.  5  oviestes  4.— Fut.  hyp.  4  ooieremos  5.  —Prt.  cj. 
4  oviessemos  22,    5  oviessedes  12. 

Tove:  Prt.  5  retoviestes  12. 

Puse:  Prt.  4^pmiemos  22.— Prt.  cj.  6  posiessen  22. 

Präteritum  von  poder:  Prt.  cj.  i  podies  12,  c^  podiesse- 
des  13. 

II.   DokumcKte  des  14.  Jahrhunderts. 

Ove:  Prt.  5  oviestes  53.—  Prt.  cj.  3  ovies  106,  4  oäessemos 
49,    6  oviessen  124. 

Tove:  Prt.  cj.  5  toviessedes  140,    6  toviessen  113- 

Sope:  Prt  3  sopo  164.— Fut.  hyp.  5  sopiertes  70. 

Puse  :  Prt.  3  7JZ^so  192,  {puzo  49),    6  depmieroa  37. 

Präteritum  von  poder  :  Fut.  hyp.  5  pod.iertes  108.  —  Prt- 
cj.  d  jjodiessen  113. 

Als  Präteritum  von  traer  erscheint  tragsso  (d.  i.  traxo)  98 
und  traß/6  52. 

(2) 


__.  i8  — 

Coj)ia  romanceada  cid  fuero  de  Arguedas,  Mwioz  S.  329. 

Ove:  Fut.  liyp.  3  obkrc^    5  obicrt(i,s,    6  obicren. 

Plog'ue:   Fut.  hyp.  }.  ]>logii/erc. 

Präteritum  von  poder:  Fut.  hyp.  2,  podiere. 

In  dem  Reformvorschlag  zum  Fuero  de  Tudela  bei  Mufioz 
S.  423  findet  sich  Jiomescti.  In  den  von  Amador  de  los  Rios 
Litteraturgeschichte  II  veröffentlichten  navarrischen  Doku- 
menten findet  sich  orlerc  und  tomeron. 


Ä ragoniscke  Dokumente. 

Die  folgenden  Formen  ziehe  ich  aus  meinem  Aufsatz  über 
die  aragonische  (/onjugation  aus.  Dort  finden  sich  genauere 
Angaben  über  die  Quellen. 

A.  i-io  =  Memorial  historico  I.  II,  36.  57.  58.  75.  93.  136. 
22\.  222.  223.  105. — B.  1-3  =  Memorial  historico  III  5.  6.  7. 
— C.  1-6  =  Documente,  die  Capmany  verr»ffentlicht  hat. — 
D.  1-4  =  Documente  bei  Amador  de  los  Rios  II.  ■ —  F.  2.  3.  = 
Mufioz,  S.  435.  245.— G.  I.  2.  =  Von  Gebhardt  veröffentlichte 
Dokumente. 

Ove:  Prt.  3  000  F.  2,  4  odemos  A.  3. — PI.  4  ovicramos  A.  8, 
5  orie indes  A.  8.  —  Fut.  hyp.  3  ödere  F.  2,  4  oderemos  C.  4. — 
Prt.  cj.  3  ödes  X.  7,  oviesse  A.  7,  4  odessemos  A,  6,  5  odesse- 
des  A.  8. 

Sove:  Fut.  hyp.  3  sodere  F.  2. 

Tove:  Prt.  6  toderon  B.  2, — Fut.  hyp.  5  tovierdcs  A.  8. 

Plogue:  Fut.  hyp.  -i  ploguiere  F.  2. 

Sope:  IVt.  4  sopiemo.>  G.  i. — Fut.  hyp.  6  sopieren  A.  3. 

Pude:  Prt.  6  podieron  B.  2.  —  PL  ^ pod,icra  A.  8.  —  Fut. 
hyp.  3  pudierc  V .  2,  podJer  A.  3,  5  podierdes  A.  3,  6  jmdAeren 
A.  3.  —  Prt.  cj.  3  pudiesse  C.  i,  podies  A.  7,  4  podiesemos 
C  4.    6  podiessen  B.  2. 

Puse:   Vrt.  2>  puso  A.  ^,    4^  pusiemos  A.  c^. 

Das  Präteritum  von  andjir  ist  andide  {andidiesseti  A.  3). 


—  19  — 

Chronik  von  Morea,  cerfasst  Im  Auftrage  von  Johan  Ferrandez 
de  Ileredia,  herausgegeben  von  J.  Morel-Fatio,  Genf  18S5. 

Huve:  Trt.  3  huvo  7,  6  kuvieron  23.— Prt.  cj.  3  huviefise  5, 
(ausnahmsweise  hoviesse  227). — Ausserdem  findet  sich:  acleron 
75.  ariesses  263,  avies  79,  aviesse  263,  aviessen  438.  *) 

Tuve:   Prt.  3  turo  73. — Prt.  cj.  3  tuciesse  105. 

Estuve:  Prt.  3  estuvo  262,  6  estuvieron  370.— Prt.  3  esta- 
viesse  201,    6  estuciessen  138, 

Supe:  Prt.  3  supo  67,  6  mpierön  296.  —  Ausserdem  findet 
sich  sabiesse  387. 

Pude:  Prt.  ^^pudotj. —  l*rt.  cj.  3  pudiese  13.  d  jmliessen 
544. — Es  überwiegt  durchaus  der  Wurzelvokal  11. 

Puse:  Prt.  3  puso  31,  pußso  224,  (^  pusieron  38. — Prt. 
cj.  6  pusiessen  32. 

Die  Verba  plazer,  traer^  andar  bilden  regelmässige  Prü- 
terita:  plazio  104,  plaziesse  14,  trai/o  164,  ando  6,  andas- 
sen  33. 

Leojiesiscke  Formen,  ausgezogen  a.us  meinem  Aufsatz  über 
die  leonesische  Conjugation. 

Sah.,  L.,  Coy.  =  Munoz  S.  178.  73.  213.  —  M.  A.  =  Docu- 
ment  des  Bischofs  INIunio  Alvarez,  Espaha  sagrada  36. — ]M.  F. 
I.  IL  IIL  Documenre  des  Bischofs  Martin  Fernandez,  Espana 
sagrada  36.  —  Ba,,  Bb.,  Bc.  =  Drei  Handschriften  des  Fuero 
Juzgo  (B.  R.  I.  2.  3.) 

Ove:  Prt.  3  000  Sah.,  6  ohieron  L.— Fut.  hyp.  3  ovier  Sah., 
over  Sah.,  6  ozieren  Sah.,  avieren  Sah. 

Sove:  Fut.  hyp.  3  sovier  Sah. 

Tove:  Prt.  3  tovo  Ba.  5,  2,  6.  —  PI.  3  toviera  Ba.  5,  i,  5.  — 
Fut.  h3'p.  3  tover  Sah.,  tobier  L.,    6  tovieren  Sah. 

Estove:  Prt.  3  estovieron  Coy.  —  Fut.  hyp.  3  estobier  L.  42, 
6  estovieren  M.  F.  I. 


*)  Die  Formen  mit  a  sind  schon  in  den  von  Priebsch   veröffentlicliten 
Glossen  häufisr. 


20    

Estode:  Fut.  hyp.  6  estodlcren  Ba.  8,  3,  3. 

Estude:  Tit.  3  estii.do  Ba.  9,  i,  4.  —  Es  findet  sich  ausser- 
dem eiithU)  Ba.  9,  I,  4. 

Andode:  Prt.  cj.  6  ruidodieaeu  Ba.  8,  1,4.  —  Es  findet  sich 
ausserdem  aiidldo  Ba.  6,  i,  2. 

Plogue:   Fut.  hyp.  i  ploguicr  L.  40. 

Trogue:  Fut.  hyp.  3  trogiere  M.  F.  i,  6  trogieren  M,  F.  I. 
— Es  lasst  sich  nicht  bestimmen,  ob  trogiere  für  trogiücrc  oder 
für  troxicrc  steht;  die  Formen  trogo  etc.  sind  bezeugt  im 
Alexander. 

Troxe:  Fut.  hvp.  3  tro^vier  L.  32. 

Sobe:  Prt.  3  aoho  Ba.  4,4,  2. — Fut.  hyp.  3  sohicr  Ba.  2,  i,  10, 
6  sobii'nni  Ba.  9,  i,  21. 

Pude:  Fut.  hyp.  3  podicr  Sah.,  M.  F.  II,  Ba.  2,  2,  i,  pudicr 
L.  i\,  pudicre  Bb.  8,  i.  ii,  6  podiercu  Sah.,  L.  19,  M.  F.  I.  II, 
pndieren  L.  24.  —  Frt.  cj.  ^  pod/cse  Ba.  2,  i,  4,  pudiane  L.  5. — 
Es  überwiegen  die  Formen  mit  0. 

Puse:  Frt.  3  p-mo  M.  F.  I,  4  poskmos  Ba.  6,  5,  16.  —  Fut. 
liyp.  3  aposier  Ba.  -,  i,  7,    d  pjosieren  Sah.,  M.  F.  I.  II. 

Briefe  Ahjccuiders  in  Hulmardinischem  Dialekt. 

Ove:  Frt.  i  oce  i,  6  oviovoii.—VvxX..  hyp.  5  omerdea  2.— Prt. 
cj.  3  oricsae  1.2. 

Sope:  Prt.  3  -s7>/yö  I. — Prt.  cj.  5  sopiessedes  i. 
Pude:  Fut.  hyp.  -^  podierdes  i. 

Z/yö/  Doctimente  im  Dialekt  non    Valladolid  (V.  T.  IL) 

I  =  Espaüa  sagrada  36  S.  216. —  2  =  Espana  sagrada  36  S. 
CLXII. 

Ove:  Prt.  4  omemo8  2,  6  ocieroii  2.  —  Fut.  hyp.  3  omer  2, 
oviere  i,    6  ocieren  i. 

Tuve:  Prt.  3  ^d^^-o  2. —  Fut.  hyp.  6  tomer cn  i.  — Prt.  cj.  6 
ma.iiforie.seri  2. 

Sope:   Fut.  hyp.  3  mpier  i,  sopiere  i. 

Pude:  Fut.  hyp.  2> podier  2,    () podiei^en  i.  2. 


—   21    — 

Drei   Urkunden  von  Toro,  Memorial  Jnstorico  I.  II.  13S.  171 . 
224  {T.  T.II.  IIJ.)  *) 

Ove:  Fiit.  hyp.  3  oder  2,  liohierc  i,    4  hiihieremo,^  i. 
Tove:   Fut.  hyp.  3  tohiere  i,  ttibiere  i. 
Sobe:  Fut.  hyp.  3  sohicr  i. 

^1  Itasturische  Denkmäler. 

F.  A.  =  Fuero  de  Aviles,  —  F.  O.  =  Fueio  de  Oviedo.  — 
Da— Dl  =  Dociimente,  die  Fernandez-Giierra  in  seiner  Aus- 
gabe des  Fuero  de  Aviles  beibringt,  S.  68.  48.  68.  69.  70. 
71.  74.  76.  80.  81.  85.  —  Mem.  =  Memorial  historico  I.  54. — 
E.  S.  I.  IL  IX.  XIII  =  Documente  aus  der  Espana  sagrada  39. 
Camp.,  Esc,  ßex.,  E.  11.  =  Vier  Handschriften  des  Fuero 
Juzgo  nach  der  Ausgabe  der  Akademie. 

Ove:  Prt.  3  ovo  Camp.  2,  i,  24,  lioco  Di,  4  ocicmos  E.  S. 
II,  6  hubieron  E.  S.  IV. — Fut.  hyp.  3  ocer  F.  A.  41,  Esc.  2,  i,  5, 
oder  F.  O.  16,  Camp,  to,  ödere  F.  O.  13,  aver  F.  A.  16, 
6  overent  Camp.  18,    öderen  F.  O.  33. — Prt.  cj.  6  hohiesenf  De. 

An  Stelle  von  sove  erscheint  seve:  Fut.  hyp.  6  sederen 
Camp.  2,  I,  23. 

Tove:  PI.  3  tohiera  E.  S.  IV.— Fut.  hyp.  3  toder  F.  O.  20. 
lodere  E.  R.  9,  i,  10,    tohiere  E.  S.  IV,    6  toteren  E.  I\.  2,  i,  5. 


")  Der  Vertrag  von  Cabreros  (Espafia  sagrada  30  S.  CXXXII),  der  in 
Folge  seines  Alters  ein  wichtiges  Spiaclidocument  sein  kiinnte,  ist  leider  für 
diese  Arbeit  ebensowenig  als  für  meine  fiühcrcn  beimtzbar.  Der  Text  weist 
eine  bunte  Mischung  von  altcas'ilischen,  altleonesischen  und  nenspanischen 
Formen  auf.     Letztere  sind  dem  Herausgeber  zuzuschreiben. 

Die  Formen  des  Fossessivpronomens  enthalten  Einiges,  was  Interesse  hat. 
Das  unbetonte  s^io  ist  häufiger  als  in  irgend  einem  anderen  mir  bekannten 
Documeut  mit  Ausnahme  des  Fuero  Viejo  de  Castiila,  doch  kommt  auch  5^; 
vor.  Ausserdem  ist  das  zweimal  erscheinende  siie  mortc  zu  beachten;  häufiger 
ist  sua.    Es  kommt  auch  sn  in  beiden  Geschlechtern  vor. 


—    22   — 


Die  gewr)hnliche  Form  ist  nicht  toce  sondern  teve:  Prt.  3, 
te/co  Camp.  5.  i.  5,  6  teveron  Camp.  15,  tevieron  Camp.  5,  i,  5. 
— n.  3  fericra  Camp.  5.  1,5.  —  Fiit.  hy{).  3  tecer  F.  A.  38, 
t(yder  Dd.,  Df.,  Bex.  2,  i,  5,  6  tedercn  Camp.  2,  1,  5.  —  Da- 
neben kommen  vor:  tenlere  Esc.  4,  2,  13,  tener  ßex.  2,  i,  6, 
tevir  F.  A.  öS. 

Ebenso  erscheint  für  crow  (von  creer)  crevo:  Prt.  3  crexo 
Camp.  7,  2,  6,  acreco  Esc.  Bex.  E.  R.  5,  6,  3. 

Estove:  Fiit.  hyp.  6  cstovieren  E.  R.  8,  3,  3.  —  Prt.  cj.  3  es- 
ioviese  E.  S.  III.  —  Gewr)hnlichcr  ist  das  Präteritum  esteve: 
Prt.  6  estcncron  Camp.  3,  2,  3.  —  Fut.  hyp.  3  estecier  Camp.  3, 
Esc.  2,  4,  8. 

Estode:  Prt.  3  estodieron  E.  R.  10,  2,  5. —  Fut.  hyp.  3  csto- 
(licr  F.  0.  32,  6  c.stodieren  Bex.  8,  3,  3.  —  Ausserdem  findet 
sich  csfedicron  Bex.  3,  2,  3,    estcdier  Bex.  3. 

Estude:   Fut.  hyp.  3  estudicm  E.  R.  3. 
Das  Präteritum  von  andar  ist  ando  Camp.  Bex.  6,  1,2,  an- 
daron  Bex.  2,  2,  8. 

Plogue:  Prt.  3  ])lo(jo  Df.  —  Daneben  findet  sich  Fut.  hyp. 
3  plazer  F.  A.  7,  plazier  F.  O.  24. 

Trogue:  Fut.  hyp.  3  trogicr  Dk.  3,    6  troguieren  Dk.  8. 

Sobe:  Prt.  3  «^V^ö  Bex.  4,  4,  2.— Fut.  hyp.  3  snher  Camp.  3.  5, 
5,  ,s-öA/ßr  Camp.  2,1,10,  soper  Esc.  6,5,  21,  6  soberefitF. 
A.  27,    Hobicren  F.  O.  13.— Prt.  cj.  3  5ö^?''?.s-<?  Esc.  2,  i,  10. 

Pode:  Prt.  3  7;»ör/ö  Esc.  2,  i,  31.  —  PI.  3  jwdiera  Camp.  2,  i, 
26.  —  Fut.  hyp.  3  />ör/ßy  F.  A.  6,  F.  O.  21,  jwdcl  F.  A.  45, 
podicr  F.  O.  12,  Camp.  10,  podiere  V.O.  j,  pmdiereY.O.  \% 
E.  R.  4,  3,  3.— Prt.  cj.  3  podies  De,  podicse  Camp.,  Esc.  2,  6,  4, 
jwde.^sfi  Esc.  2,  I,  4. 

Puse:  Prt.  /\  posiemos  Mem.,  Esc.  6,  5,  16,  'pusiemos  Bex,  6, 
5^  16.— Fut.  hyp.  3  2^ospr  F.  A.  10,  posier  F.  O.  13,  aposier 
Camp.  P>ex.  2,  1,7,  posiere  F.  O.  6,  ;>?i.s7"d/'  F.  O.  29,  npusier 
Esc.  2,  I,  7,    ^posieredes  E.  S,  IL  —  Prt.  cj.  b  posiesent  Mem. 


Neuast uriscitc  Sprachden/miäler. 

A.  =  Colecciou  de  poesias  en  dialecto  asturiano,  Oviedo  1S39. 
— C.= Einige  Gedichte  von  Teodoio  Cuesta. — R.=Vocalmlari() 
de  las  palabras  i  frases  bables  por  Apolinar  de  Rato  i  Hevia. 
Madrid  1891.— M.  =  Westasturische  von  Muntlie  (Anteckningar 
omfolkmaalet  i  en  trakt  af  vestra  Asturien.  Upsaka  18S7)  citirte 
Formen. 

Hubi,  dubi,  hebi:  Prt.  1  iibi  R..  diici  R.,  dubc  R..  3  Jiubü 
A.  56  (Seite  56),  heho  A.  183,  C  R..  6  kohieron  A.  225. — 
Prt.  cj.  3  huhirs  A.  220,  hohics  A.  j^. 

Tubi,  tebi:  Prt.  i  tiwe  A.  loi,  tevi  A.  89,  R.,  2  f (reichte  R.. 
toviesti  R.,  tovistc  R.,  3  tuvo  A.  88,  teco  A.  89,  R.,  4  toricmos 
R.,  5  totiestes  R.,  tovistes  R.,  6  tnmeron  A.  129,  torieron  R. — 
PI.  I  txiviera  A.  58,  toviera  R.,  3  tuviera  A.  63,  5  tuvierais  A. 
58.  —  Fut.  hyp.  I  toziere  R.,  2  torieres  R.,  3  ^ör?>;'  R.  —  Prt. 
cj.  3  tumes  A.  178,  toziesc.  C,  ^ör/^^.s  C. 

Estubi,  estebi:  Prt.  i  estnU  R.,  6-^^;6?'  M.,  2  estiitisti 
A.  113,  3  estuvo  A.  30,  6'/'//Z'^<  M.,  es^^^i-^  A.  25,  R.,  s;fß(^^<  M., 
6  estuvier07i  R.  —  PI.  2  estoviercs  A.  13,  d  cstavierfin  X.  14. 
estocieren  A.  45. 

Andubi,  andebi:  Prt.  3  andalm  M.,  amkhu  M. — PI.  i  «z^- 
duhiera  A.  246. 

Supi:  Prt.  3  s?i/»ö  A.  88.  —  PI.  i  supiera  A.  244,  2  supieres 
A.  249,  6  supiei-en  A.  142.  —  Prt.  cj.  3  dc^j/t'.s-  C.  —  Es  existirt 
auch  sepo,  vergl.  Munthe  S.  49. — Das  Prüteritum  von  mher  ist 
regelmässig:  cabiera  A.  193. 

Truxi,  trixi:  Prt.  i  trixi  A.  92,  R.,  truxi  M..  3  fruxo  A. 
45,  R.,  trexo  A.  239,  R.,  6  tnixeron  R.  —  Bei  C.  findet  sich 
traxo. 

Pudi:  Prt.  1  pudi  A.  100.  3  pudo  A.  47.  —  PI.  i  pudiera 
A.  119,  -i,  pudiera  A.  4,  ^  pudü'ramos  A.  165,  6  pudieran 
A.  142. — Prt.  cj.  I  pudies  A.  32,    3  j»Mr/^V'S  A.  60,    6  pud.iesen  C. 

Punxi,  ponxi,  puxi:  Prt.  \  punxe  R.,  poiixi  K.  93,  /??m 
R.,  M.,  zjmnxisteR.,  3  joz^wa^ö  R.  C,  apunxo  K.  26,  yonxo 
A.  7,  R.,  compuxo  A.  38,  6  punxeron  A.  238,  empoxeroii  A.  97, 
pusienon  A.  33.  —  PL  6  punxeren  A.  104.  —  Prt.  cj.  3  ])onxes 
A.  193. 


—    24   — 

den  durch  i  'bewirkten  Umlaut. 

Die  Frage  nach  der  Wirkung  eines  folgenden  i  auf  den 
Wurzelvokal  ist  in  der  vorliegenden  Arbeit  nicht  zu  umgehen. 
Ich  habe  seit  einiger  Zeit  angefangen  Material  zu  sammeln  um 
den  Umlaut  im  Spanischen  quellenmässig  zu  behandeln,  doch 
ist  diese  Arbeit  noch  nicht  weit  vorgeschritten.  Ich  muss 
mich  daher  im  Augenblick  noch  vorwiegend  auf  Material  aus 
zweiter  Hand  stützen  und  skizzire  nur  meine  Anschauungs- 
weise; die  AusfiÜirung  mit  vollem  Material  hoffe  ich  iu  nicht 
zu  ferner  Zeit  bringen  zu  kümien. 

I.  Der  durch  eihuSteiies  i  bewirkte  llnilaut. 

Unbetontes  /  wirkt  umlautend  auf  den  vorhergehenden 
V'okal,  einerlei  ob  derselbe  betont  ist  (vergl.  W.  Förster  in 
§  I)  oder  unbetont  (vergl.  H.  Schuchardt  in  §  i). 

Es  sind  folgende  Fülle  zu  unterscheiden: 

a)  Umlaut  bewirkt  durch  langes  auslautendes  lateinisches  /, 
welches  in  den  ältesten  Denkmälern  noch  mit  e  wechselt  und 
später  durchweg  zu  e  geworden  ist:  ßzi  aus/ecz. 

b)  Umlaut  bewirkt  durch  -io  entstanden  aus  lateinischem 
-idus:  altspauisch  tchio  aus  tepidtis  (über  fibio  siehe  unten). 

c)  Umlaut  bewirkt  durch  lateinisches  i-\-roc.  in  Verbin- 
dungen, in  denen  keine  Attraktion  stattfindet:  nervio  aus 
nervium,  sirziemh  aus  acrcicruJo. 

d)  Umlaut  bewirkt  durch  die  Endung  -iö  hervorgegangen 
aus  *-iot  =  -itit  im  Präteritum  der  dritten  Conjugation:  sirttw. 

e)  Umlaut  bewirkt  durch  ic  hervorgegangen  aus  ''u  im 
Imperfectum  dritter  Conjugation:  sircini  aus  *8e.rmant. 

g)  Umlaut  bewirkt  durch  k  aus  kurzem  lateinischem  c: 
simientß,  diciemhre,  ßniestra. 

h)  Vielleicht  findet  sich  auch  Umlaut  bewirkt  durch  i+  Vocal 
in  hal})litterarischen  Worten. 

]Mit  geringer  Abweichung  von  dem  Schema,  welches  W. 
Froster  gibt,  lässt  sich  die  Wirkung  dieses  Umlautes  für  das 
S])anische  folgendermassen  darstellen: 


—  25  — 

a  bleibt 
offenes  e  wird  i^escblossenes  ß      offenes  o  wird  i;escblossenes  o 
geschlossenes  e  wird  /  geschlossenes  o  wird  w 

i  bleibt  ^^  bleibt. 

Es  findet  also  eine  schritti^^eise  Assimilation  des  Kiefer- 
winkels statt,  von  der  jedoch  a  unberührt  bleibt.  In  unbe- 
tonter Silbe  sind  offenes  und  geschlossenes  e  und  o  zusammen- 
gefallen. Das  Schema  ist  daher  in  folgender  Weise  zu  modi- 
ficiren: 

a  bleibt 
e  wird  i  o  wird  x 

i  bleibt  a  bleibt. 

Beispiele  sind  folgende: 

a)  betonte  Vokale: 

d  bleibt:  altspanisch  nadi  aus  nafi,  tnisqui,  rabia  aus  rabie.-<. 
sabio  aus  sapidus  (vergl.  H.  Schuchardt,  Romanische  Etymo- 
logien L  AVien  1898).  Früher  habe  ich  wie  W.  Förster  ange- 
nommen, a  werde  zu  e  und  habe  « meiste  etc.  als  Beispiele  be- 
trachtet, vergl.  Cornu,  Romania  XIII  S.  285. 

Offenes  e  wird  geschlossenes  c:  soberhio,  nercio. 

Geschlossenes  e  wird  i:  vidHo  aus  dtreum,',  xini  aus  reni. 

i  bleibt:  limpio  aus  limpidus. 

Offenes  0  wird  geschlossenes  0:  nocio. 

Geschlossenes  0  wird  u:  lluvia  aus  pluria,  pisti  aus  ^fosti. 

u  bleibt:  sucio  aus  sucidus. 

Im  Portugiesischen  hat  secundüre  Attraction  stattgefunden, 
doch  sind  die  übereinstimmenden  Grundzüge  leicht  erkenn- 
bar: raiva  =  rabia,  nerco  —  nerzio,  cidro  =  vidno,  lhripo  =  limpio, 
noivo^novio,  chuva=Xh.ima,  SKJo^sucio. 

Regelmässig  ist  altspanisch  tebio=tepidus,  während  tihio  von 
entihiar  beeinflusst  sein  dürfte. 

b)  unbetonte  Vocale. 

«  bleibt:  abriö,  ahriendo,  abrirn. 
c  wird  i:  sirmö,  sirviendo,  si7Tien. 


—    26    — 

/  bleibt:  viciö,  vivicruhy  vivien. 

0  wird  u:  diirmio,  fbi.rmiendo,  (furmi&n. 

u  bleibt:  luciö,  lucicndo,  luden. 

Die  altspanischen  Formen  ohne  Umlaut  sind  auf  Einfluss 
der  Analogie  zurückzuführen:  wegen  sercir  schrieb  man  ser- 
ticiido  und  sprach  es  vielleicht  auch  gelegentlicli;  durch  Aus- 
gleichung entstanden  aus  serria  und  sh-cir  die  Analogie- 
bildungen sircki  und  scrrie. 

In  Bezug  auf  Formen  wie  si/i famos  und  sinamos  ist  zu  be- 
merken, dass  sie  einerseits  unter  dem  Einfluss  von  ßramos 
u.  dergl.  m.  stehen,  wo  sich  das  i  durch  Attraction  erklärt. 
Dann  aber  ist  es  auch  mr)glich,  dass  zur  Zeit,  als  das  Umlauts- 
gesetz wirkte,  die  lautgesetzliche  Form  *sirtiamos  noch  be- 
stand. *) 

Einer  besonderen  Erwägung  bedarf  die  Frage,  ob  der 
spanische  Dijththong  ?V,  wenn  er  aus  kurzem  lateinischen  e 
oder  aus  'la  entstanden  ist,  Umlaut  bewirkt.  Die  meisten 
Gelehrten  bejahen  sie,  so  sagt  Baist,  Grrtbers  Grundriss  I 
S.  700:  „Unter  den  Umgestaltungen  sind  die  wichtigsten  der 
Wandel  von  e  zu  ?,  0  zu  a  bei  folgendem  i  -f-  voc. :  sirnientc, 
cimiente,  pr?sio?i,  jjed't,  j/idiö,  pidieron,  dormi,  darmio^  diir- 
mieron,  vergl.  ign.aL  Siguenza,  ciriiela,  vimela.^'' 

Cornu.  Romania  XIII  S.  297  macht  die  Bemerkung:  „Pour- 
quoi  dit-on  sintio,  siidieron,  mais  zendh\_  rend/eronf^'  Diese 
Schwierigkeit  hat  mich  in  meinem  Aufsatz  über  die  Conjuga- 
tion  Gonzalo  de  Berceo's  zu  der  auch   in  späteren  Arbeiten 


-•)  CoDJunctive  mit  der  Endung  iu  sind  neben  den  gewöhnMchen  Bildungen 
nicht  selten  im  Neuasturi sehen:  zwlvia  A.  247,  Icmias  A.  209,  niHia  A.  50, 
golviamos  Cuesta,  conociais  A.  192,  escöndian  A.  254,  pödian  A.  .34fi,  sl'pia 
A.  114,  slpies  A.  137,  qucpia  A.  71,  sepinmos  A.  77,  ebia  (von  habet') 
Rate,  rhidia  A.  222,  dörmia  A.  267,  fundiamos  A.  219,  derrHian  A.  ?,75, 
Ich  habe  dieselben  im  Altaslurisehen  freilich  nicht  bemerkt.  Für  thnias 
sollte  man  erwarten  tlmics  (vergl.  sepics)  oder  'Hänis  zu  finden.  Ferner 
bi merkt  man,  dass  diese  Bildungen  ihre  ursprünglichen  Grenzen  weit  über- 
schritten haben  und  auch  in  die  zweite  Conjugation  eingedrungen  sind. 
Schliesslich  hat  das  /  sogar  den  Indicativ  des  Präsens  dritter  Conjugation 
ergriffen:  pärtics  ÜAto,  /ihidicn  A.  11)9  f\\x partes  und  /im den. 


—    27   — 

festgehaltenen  Ansicht  geführt,  dass  ie  nur  dann  Umhuit  be- 
wirke, wenn  im  Lateinischen  i^-e  erscheine,  und  dass  .^imienfe 
und  dergl.  mehr  vom  Umlautsgesetz  zu  trennen  und  vielmehr 
mit  dinero,  carpintero  u.  dergl.  m.  zusammenzustellen  sei. 
Diese  Anschauungsweise  führt  jedoch  zu  Consequenzen,  die 
mir  jetzt  nicht  mehr  wahrscheinlich  erscheinen,  und  ich  nehme 
daher  heber  an,  dass  ?V,  einerlei  welchen  Ursprungs  es  sei,  an 
sich  Umlaut  bewirkt. 

Der  Umstand,  dass  die  zweite  Conjugation  den  Umlaut  nicht 
kennt,  ist  nicht  unerklärlich.  Sowohl  im  Präteritum  als  im 
Gerundium  sprechen  die  portugiesischen  und  zahlreiche  asturo- 
leonesische  Formen  dafür,  dass  der  Themavokal  der  zweiten 
Conjugation  ursprünglich  geschlossenes  e  gewesen  ist.  Dem 
Präteritum  und  verwandten  Zeitformen  angehörige  Beispiele 
werden  sich  in  §  5  finden,  für  das  Gerundium  citire  ich: 
deßendendo  Esc.  6,  5.  19,  connuzendo  Camp.  6,  5.  i,  scendo 
Camp.  10,  sahendo  Esc.  4,  4,  i,  qucrendo  Fuero  Juzgo  cod. 
Mure.  3,  6.  2.  Im  Imperfectum  {*timics,  *timi(\  *timitn)  ist 
anzunehmen,  dass  der  Umlaut  durch  die  vom  Präteritum  und 
Gerundium  unterstützte  Analogie  der  ersten  Person  tcmui 
beseitigt  worden  ist.  * ) 

Wenn  ie  Umlaut  bewirkt,  so  darf  die  "Wirkung  des  Gesetzes 
nicht  in  die  Zeit  der  gemeinschaftlichen  Entwickelung  des 
Portugiesischen  und  Spanischen  gesetzt  werden.  Es  wirkt 
jedoch  im  Portugiesischen  der  /-Umlaut  in  durchaus  analoger 
Weise.  Freilich  beeinflussen  dort  auch  e,  0.  a  den  \'okal  der 
vorhergehenden  Silbe.  Es  könnte  scheinen,  als  wären  im 
Westen  zwei  zeitlich  verschiedene  Umlautsbewegungen  anzu- 
nehmen; zwei  zeitlich  verschiedene  Attractionsbewegungen 
haben  dort,  so  viel  ich  sehe,  mit  Sicherheit  stattgefunden. 


*)  Die  aus  älteren  Vorarbeiten  entlehnte  Meinung,  das  Astnrisch-Leo- 
nesische  habe  im  Gebrauch  der  Diphthonge  ü  und  uc  unconsequent  ge- 
schwankt, etwa  wie  ein  plattdeutscher  Bauer  in  der  Anwendung  der  schrift- 
deutschen Vokale,  gebe  ich  auf.  Die  asturisch-leone&ische  Gebrauchsweise 
ist  vielfach  anders  als  die  castilische,  aber  ist  wohlbegründet  und  für  die 
historische  Grammatik  höchst  beachtenswerth. 


—    28    — 

II.    Unvollstainlijfer  llnilaiu. 

Unvollstiindi^tier  Umlaut  findet  sich  vor  altpalatalen  Con- 
sonanten.  In  diesem  Falle  wird  offenes  c  mid  o  geschlossen: 
die  übrigen  Vokale  bleiben:  inayo^  ajeno — grey,  scamos  (*seya- 
mos)  —  /r'//,  semcjante  —  Mjo,  tizon  —  poyo,  J/oyuela — J'iojo, 
majori — cuyo,  mjuzar  *) 

Spanisch  und  Portugiesisch  gehen  zusammen;  maio=m.ayo^ 
(jrci=yrey^  lci  =  ley,  ßlho  =  hijo,  poio=poyo,  pioJJio  =  piojo^ 
cujo=cuyo. 

III.   Uiiilaiit  verbiindni  mit  Attriiotioii. 

Es  ergiebt  sich  folgendes  Resultat: 

(I  wird  zu  e  (portugiesisch  ei) 

offenes  e  wird  zu  c  (portugiesisch  d) 

geschlossenes  e  wird  zu  c  (portugiesisch  ei) 

i  bleibt  (portugiesisch  /) 

offenes  o  wird  zu  ue  (portugiesisch  oi) 

geschlossenes  o  wird  zu  uc  (portugiesisch  oi) 

u  wird  zu  ue  (portugiesisch  ui). 

Beispiele:  era  (port.  eira)  aus  area,  madera  (port.  madeira) 
aus  materia,  cerveza  (port.  cerxejja  mit  e  für  ei)  aus  ccn:isia, 
(dtamim  (port.  artamija)  aus  artemisia,  ciiero  (port.  coiro)  aus 
corium,  agüero  (port.  agoiro)  aus  augarium,  sabueso  (port. 
sahiijo  mit  u  für  ui)  aus  segiisiufi. 

Attraction  findet  sich  auch  in  nicht  betonter  Silbe:  perol 
aus  pariolum,  mruela  aus  Variola,  ciruela  aus  ccreola,  muramos 
aus  *moriamus  (vergl.  moiramos  Alex.  473). 

IV.  Entwickeluiiii  der  Vokale  vor  eh  aus  et  und  j  (uc)  aus  x. 

Es  ergiebt  sich  folgendes  Resultat: 

a  wird  zu  e  (portugiesisch  ei) 
offenes  e  wird  zu  e  (portugiesiscli  ei) 


)  Für  das  analogistische  -rirjo  steht  das  laiitgesetzlicho  rvvf'in  einer  ara- 
gonisch gefärbten  (nicht  rein  aragonischen)  Urkunde  Mem.  liist.  I  105. 


—    29    — 

geschlossenes  e  wird  zu  e  (portugiesisch  ei.) 

i  bleibt  (portugiesisch  /; 

offenes  o  wird  zu  o  (portugiesisch  oi) 

geschlossenes  o  wird  zu  u  (portugiesisch  ui) 

u  bleibt  (portugiesisch  u). 
Beispiele:  hecho   (port.  feito)  ?iMS  factum,  lecho  (port.  leito) 
aus  lectus,  estrecho  (port.  c^treito)  aus  strictus,  hito  (port.^/o) 
3ius ßctus,  ocho  (port.  oito)  aus  octo,  muc/io  (port.  muito)  aus 
?7iultum,  enjato  (port.  enxafo)  aus  cxsiictas. 

In  unbetonter  Silbe  zeigen  sich  dieselben  Resultate:  Icckwja 
aus  lactuca,  ejido,  lej'ia  aus  *lixiva,  dijeron  aus  dixerunt, 
ochubre  (altspanisch),  cuchillo  aus  cultellus,  adujeron  aus 
additxerunt. 

Anmerkungsweise  erwähne  ich,  dass  lang  u-\-c  +  t  gewöhn- 
lich nicht  lieh  sondern  ut  ergieht:  fruto,  luto,  enjato,  destruto. 
Dagegen  haben  wohl  ducha,  trucha,  lucha  kurzes  a  im  Latei- 
nischen. 

V.   Andere  Coiiibinatioiieii. 

Mehrere  Verbindungen  anderer  Art.  besonders  die  Vokale 
vor  /7,  und  vor  n,  aus  /7.  gehorchen  anderen  Gesetzen.  Sie 
kommen  für  vorliegenden  Zweck  nicht  in  Frage.  Ueberdies 
ist  zu  bemerken,  dass  sich  vielfache  dialektische  Abweichungen 
zeigen. 

§  4.   Ueber  den  Wurzelvokal  der  behandelten 
Präterita.   ') 

Deutlich  scheiden  sich  im  Altspanischen  die  Präterita,  deren 
Wurzelvokal  0  ist,  und  die,  deren  Wurzelvokal  u  ist.  Zu  der 
ersten  Klasse  gehr)ren:  ove  (Juibui),  yo(jue  (iacui),  ploijnc 
(placui),    sope  (sapui),    cope   (*eapui),    und   wohl   auch    das 


*)  Ueber  die  dialektische  Verbreitung  der  einzelnen  Formen  zu 
sprechen  unterlasse  ich,  da  dieses  sich  unmittelbar  aus  Betrachtung 
des  in  §  2  vorgefi'ihrten  Materials  ergiebt. 


mittelspanische  troxe  {*traxm).  Dazu  treten  die  Analogie- 
bildungen soce,  tom,  crom  (von  crcer),  crom  (von  creccr) 
trove,  estovß,  aiidove  nach  ove  und  trogue  nach  yogiie  oder /jlogue; 
und  es  schliessen  sich  an  csiot/e  und  andode  (Combinationen 
von  cstidc,  cato'cc,  andidc,  andoce). 

Zu  der  zweiten  Klasse  gehören /.»Mc/c;  (potm),  juisc  {posui), 
connum  i*co(jnoviii).  Es  schliessen  sich  an  die  Analogie- 
bildungen est  ade,  and  ad  c  und  rctipaae. 

Eine  besondere  Kategorie  bilden  die  asturischen  Formen 
tcci,  scvi,  crcci,  cstevi  (darnach  wohl  estedi),  zu  welchen  im 
Neuasturischen  noch  /icl>i.  und  andchi  hinzukommen. 

Die  beiden  Arten  sind  z.  B.  ganz  reinlich  gesondert  im  Cid, 
im  cod.  Malp.  2  des  Fuero  Juzgo,  in  der  Uebersetzung  der 
Gotengeschichte,  in  dem  von  Menendez  Pidal  veröffentlichten 
Auszug  aus  der  Chronik  Alfonso  des  X.,  in  dem  Libro  de  la 
caza  von  Juan  Manuel,  fast  ganz  reinlich  in  den  Flores  de  las 
leyes  von  Juan  Ruiz. 

Die  Präterita  mit  dem  Wurzelvokal  0  sind  überhaupt,  ab- 
gesehen von  der  Chronik  von  Morea.  weiche  schon  die  neu- 
spanische Entwickelung  zeigt,  und  südleonesischen  Denk- 
niiilern,  fast  iiberall  intakt  oder  nahezu  intakt  erhalten.  Die 
Ausnahmen  werden  meistens  auf  Rechnung  der  Abschreiber 
und  Herausgeber  zu  setzen  sein. 

Weniger  regelmässig  sind  die  Präterita  mit  dem  Wurzel- 
vokal u.  Zunächst  ist  hier  zu  erwähnen,  dass  Navarra  im 
Präteritum  von  poder  0  für  n,  hat.  Diese  Eigentümlichkeit 
führt  in  Grenzgebieten  (Aragon  und  Ostkastilien )  zu  Ver- 
mischung von  Formen  mit  0  und  n.  und  ergreift  zugleich  das 
verwandte  Präteritum  pusc.  Da  Gonzalo  de  Berceo  fodiö 
aufweist,  so  ist  das  0  der  nordr)Stlichen  Formen  wohl  dadurch 
zu  erklären,  dass  in  dieser  Gegend  ein  schwaches  Präteritum 
von  yoder  gebildet  wurde.  Es  bleibt  also  für  das  starke  t*rä- 
teritum  jmde  der  Wurzelvokal  u  als  alleinberechtigt  auf  dem 
gesammten  castilischen  und  navarro-aragonischen  Gebiet. 

Anders  steht  es  im  Westen  (Asturien  und  Leon).  Hier 
schwanken   die  starken  Präterita  von  itodcr  und  poner,  wie  es 


scheint,  von  Haus  aus  zwischen  u  und  o,  und  dieses  Schwanken 
wird  durch  das  Portugiesische  als  wohlbegründet  erwiesen. 

Von  weniger  Bedeutung  ist  die  Unsicherheit,  die  in  der 
Abgrenzung  durch  die  Concurrenz  von  estocc,  amlove,  e.Htode, 
andode,  welche  unter  dem  Einfluss  von  oce  stehen,  und  estude^ 
andude,  die  sich  nach  pade  richten,  entsteht.  Durch  Conibi- 
nation  bilden  sich  estuve.  andtice^  und  andere  Verba,  so  auch 
ove  und  tocc.  werden  beeintlusst. 

Das  0  der  Präterita  vom  Ty])us  occ  wird  allgemein  durch 
Attraction  erklärt:  hab/ä — *auci — *oum  —  o):i.  Die  Form 
ovo  ist  wohl  Combination  von*ove(=kabiiit)mid*aco(  =  *//abut, 
vergl.  rieno). 

Zu  erwägen  ist  die  Frage,  ob  das  o  der  Präterita  vom  Typus 
ove  durch  e-Umlaut  zu  u  wird.  "W.  Förster  vermutet  (nach 
S.  507  seines  Aufsatzes),  dass  hohi  zu  habt  umgelautet  sei  und 
dass  dann  das  u  durch  Analogie  in  alle  Formen  gedrungen  sei. 
Baist  glaubt  sopicroit  sei  in  Folge  des  Einflusses  des  Diphthongs 
ie  zu  supicron  geworden.  Beide  Ansichten  haben  viel  Wahr- 
scheinlichkeit für  sich;  eine  Betrachtung  der  spanischen  Um- 
lautgesetze  führt  fast  mit  Notwendigkeit  auf  sie.  Dennoch 
werden  sie  durch  das  von  mir  gesammelte  Material  nicht  be- 
stätigt. Wenn  die  Conjugation  des  Präteritums  einst  tuvi, 
toviste,  tow,  tuciemos,  taciestes^  tmieron  gevresen  ist,  so  hat  die 
Analogie  diese  Flexionsweise  wieder  beseitigt:  die  neuspani- 
schen Formen  mit  u  gehen  augenscheinlich  von  pade  und 
puse  aus. 

Möglich  wäre  auch,  dass  das  aus  (tu  entstandene  0  dem  Um- 
laut überhaupt  nicht  unterliegt.  Dafür  lassen  sich  ausser  ove, 
oviemos  auch  die  portugiesischen  Formen  coube.  so'/be,  houce, 
proum,  jouve  anführen,  welche  ou  und  nicht  u  aufweisen. 
Auch  portugiesisches  nojo  Rusjiausea  (Cornu,  Grobers  Grund- 
riss  I  S.  728)  und  spanisches  froxe  (nicht  truxe  im  Altspani- 
schen) könnten  dafür  sprechen. 

In  Bezug  auf  den  Wurzelvokol  der  Präterita  pm/ß  und  puse 
sind  drei   Ansichten    erwähnenswert.     W.  Förster  lässt  das 


durch  Attraction  entstandene  on  zu  o  werden  und  dann  * podi 
7A\  i>H(li  umlauten;  von  hieraus  soll  sich  das  a  weiterverbreitet 
haben.  Auch  Baist  lässt  ou  zu  o  werden  und  nimmt  an. 
podicron  sei  wegen  des  ie  der  Endung  zu  'padicroii  umgelautet 
worden.  Meyer-Lübke  lässt  oa.  (aus  lateinischem  o-\-u)  zu  a 
werden. 

Es  ist  nicht  unmöglich,  dass  IMeyer-Lübke  Recht  hat.  Es 
liessen  sich  vielleicht  lujar  aus  olwiarc  (Zwischenstufe  *o>iijar) 
und  uv'to  aus  *ohoio  (Zwischeustufe  *oiic\o)  dafür  anführen, 
auch  (ludar  und  vielleicht  roitnH.sco  könnten  herangezogen 
werden.  Dann  wäre  ou  aus  0  +  »  im  Castilischen  zu  u,  im 
Portugiesischen  und  Asturo-Leonesischen  zu  0  geworden. 

Wahrscheinlicher  aber  ist.  besonders  im  Hinblick  auf  das 
Portugiesische,  wo  Förster's  Gesetz  zutrifft,  dass  die  ursprüng- 
liche Conjugationsweise  folgende  war:  p'idi,  podiste,  jwdo, 
padicmos^  pudiestes,  piidieron.  Die  scharfe  Scheidung  deL. 
Präterita  vom  Typus  piide  und  derer  vom  Typus  ove  wäre 
dann  das  Werk  der  i\.nalogie.  Uebrigens  muss  auf  jeden  Fair" 
das  aus  0  +  it  entstandene  0  sich  dem  Umlaütsgesetz  gegenüber 
anders  verhalten  haben  als  das  aus  a  +  u  entstandene  0,  da 
sonst  die  Scheidung  der  beiden  Typen  vollständig  unbegreif- 
lich wäre. 

§  5.  Ueber  die  Endung-en  des  altspanisch.en 
Präteritums. 

Es  erscheint  mir  notwendig  ausser  den  /^^-Präteritis  auch  die 
übrigen  Conjugationsarten  vergleichend  heranzuziehen.  Ich 
gebe  zunächst  das  Material.  *) 


■  )  Sollte  das  Verständnis  der  Citate  Schwierigkeit  bereiten,  so  bitte 
ich  §  2  zu  Rate  zu  ziehen.  Noch  leichter  wird  man  die  Erk'ärung  der 
meisten  Abkürzungen  in  meinem  Aufsatz  iiher  das  Possessivpronomen 
finden  können.  —  A.  ohne  Zusatz  ist  unter  den  ncuasturischen  Denk- 
mälern zu  suchen;  ich  brauche  A.  auch  i'ür  aragonische  Denkmäler, 
sage  aber  dann  /[raison  (A.) 


—  33  — 

PRÄT.    SING.    1. 

1.  Conjugation. 

Im  Castilischen,  Navarrischen  und  Aragonisclien  ist  die 
Endung  ausschliesslich  -J:  (janc  Cid  190,  ensayc  Uebersetzung 
des  Rodrigo  Einleitung,  rogue  Brutails  18.  Das  Leonesische 
schwankt  zwischen  -J  und  -ey\  f/e.rö  Alexander  1530,  ya/^cy 
Alexander  1543;  ein  altasturisches  Beispiel  kenne  ich  nicht, 
im  Xeuasturischen  finde  ich  -J:  escapc  A.  5,  für  das  West- 
asturische  giebt  Muntlie,  S.  46,  -cy.  faley.  Zum  Vergleich 
kann  man  das  Futurum  heranziehen.  Castilien,  Navarra 
und  Aragon  haben  durchweg  -t',  Asturien  und  Leon  schwanken 
zwischen  -e  und  cy.  dare  F.  A.  19,  F.  O.  12,  darlolei  F.  A.  19, 
sere  Alexander  629,  serey  Alexander  2466. 

2.  Conjugation. 

Die  Endung  ist  i:  venci  Cid  1749,  Ici  Ildefonso  330  b, 
resjjondi  Cronica  de  Morea  13,  conosci  Alexander  1014,  oj'cndi 
Neuasturisch  (A.  16). 

3.  Conjugation. 

Die  Endung  ist  l:  6'aZ/Cid  2371,  scrvi  Ildefonso  327  a,  escrivi 
Brutails  18,  pedi  Alex.  916,  menti  F.  A.  40. 

Die  u-  Prätcrita. 

Beispiele  finden  sich  in  §  2.  Die  gewöhnliche  Endung  ist  -e. 
In  einigen  Denkmälern  findet  sich  noch  -i.  Dieses  -e  oder  -i 
fällt  ab  oder  wird  erhalten  je  nach  dem  vorhergehenden  Con- 
sonanten,  doch  greift  die  Analogie  und  proclitischer  Gebrauch 
störend  ein:  ove^  sove,  tove,  sope  sind  regelmässig,  Ausnahmen 
sind  0/,  ö^  im  Cid;  dagegen  sind  jywc/ und  ;><^s  lautgesetzlich, 
aber  pude,  puse  in  Folge  von  Formübertragung  häufig. 

Die  starkeyi  Präterita. 

Dieselben  verhalten  sich  ebenso,  doch  sind  hier  meistens 
die  apocopirten  Formen  {vin.fiz)  lautgesetzlich.     Formen  mit 

(3) 


—  34  — 

auslautendem  -i  sind  häufig  bei  Gonzalo  de  Berceo  und  in 
asturischen  Denkmälern:  yz"^/  Y)\-\,ßxi  .\.  gg,  fixe  \.  ii.  Um 
ein  Beispiel  zu  geben,  ziehe  ich  aus  meinen  Xotizen  die  erste 
Person  des  Singulars  des  Präteritums  von  decir  aus:  dix  Cid 
2370,  dixi  Gonzalo  Loores  de  X.  S.  176,  dissi  Mil.  542,  dixe 
S.  Dom.  239,  dixe  Alex.  413,  dixi  Alex.  742,  dix  Fuero  Juzgo 
12,  3,  15,  dig  Alfonso  X,  Mem.  I  115,  dixe  Alfonso  X  (Menen- 
dez  P.  229,  Variante:  dix),  dis  F.  A.  40,  dixe  F.  O.  I5,  dixi 
A.  93,'-r//a:e  A,  173.  —  Von  veer  und  dar  lautet  die  Form  vi 
Mem.  hist.  I  5  und  dt  Cid  2908;  nur  Gonzalo  hat  neben  vi 
Mil.  447  auch  i-i(/i  Duelo  18  und  cid  S.  Mill.  484.  —  Das  Ver- 
bum  substantivum  hdt/ii  Cid  1934  und/ui  Gonzalo  Mil.  759, 
Apollonius  225;  letztere  Form  ist  zweisilbig,  die  neuspanische 
Form  fu'i  ist  Analogiebildung  n^ch /uiste,  fuc  etc.  Das  Leo- 
nesische  hat/ui  M.  F.  III,  das  Asturische/ö//  Dl,//«  A.  92,  178, 
Rato  hat  foi  und/ui,  Munthe  fai.  —  Fue  Cid  1062  ist  ein  Ver- 
sehen. 


PRAT.    SING.  2. 
1.  Conjiigation. 

Die  ge\vi")hnliche  Endung  ist  im  Altspanischen  -este,  daneben 
erscheint  die  apocopirte  Form  -est,  und  es  finden  sich  Spuren 
des  alten  -esti:  dexeste  Cid  347,  sahe.-it  Cid  339,  cerresti  Gon- 
zalo Mil.  119,  caseste  S.  Dom.  301,  levest  S.  Mill.  268,  echeste 
Apoll.  205,  crieste  Gotengeschichte  27,  otorguest  F.  2  (ara- 
gonisch). Ein  altasturisches  Beispiel  kenne  ich  nicht,  das 
Neuasturische  zeigt:  Uecasti  A.  2^1,  Cuesta  hat  llagasti  und 
suanaste,  daneben  findet  sich  auch  tardisti  A .  166,  Munthe 
fnhTt/aleisti  und  /alesti  an.  Das  Leonesische  scheint  zwischen 
-aste  und  -este  zu  schwanken:  mostt^aste  Alex.  47,  crieste  Alex. 
36.  Ebenso  verhält  sich  die  durch  das  Leonesische  beeinflusste 
Astronomie  Alfonso  des  X:  guardeste  2,  58.  20,  guardaste  2,  35, 
II.  Bei  Gonzalo  stehen  passasti  S.  Dom.  768  und  coynprast 
Hymn.  3,  5  ganz  vereinzelt  und  sind  zu  corrigiren;  dasselbe 


gilt  von  compraste  Apoll.  424.     Im  Gedicht  von  San  Ildefonso 
steht  die  spätere  Form  gaiiaste  328  a. 

Die  übrigen  Conjugationen. 

Die  regelmjlssige  Endung  fiir  die  zweite  und  dritte  Conjuga- 
tion,  fiir  die  a-Präterita  und  die  starken  Präterita  ist  im  Alt- 
spanischen -iste,  daneben  erscheint  die  apocopirte  Form  -ist, 
und  es  finden  sich  Spuren  des  alten  -isti:  metiste  Cid  33^4.  ^cl- 
^25^6' Cid  3364,  0175^6' Cid  3324,  fczist  CA6.  2)2,'i,  vist  Cid  3318, 
ofreciste  Gonzalo  S.  Dom.  154,  salisti  S.  Dom.  764,  tovist 
Mil.  230,  fecisti  Mil.  801,  prendiste  Apoll.  226,  moriste  Apoll. 
531,  oviste  Apoll.  84,  veniste  Apoll.  588,  diste  Apoll.  531.  Da- 
neben kommt  -ieste,  -iest  auf  durch  Analogie  der  zweiten 
Person  des  Plurals.  Ganz  vereinzelt  erscheint  sie  im  Texte  der 
geistlichen  Gedichte  von  Gonzalo.  feciesti  Mil.  902,  und  im 
Apollonius,  devycste  472,  und  dürfte  an  beiden  Stellen  zu 
corrigieren  sein.  *)  Dagegen  schwanken  die  toledauischen 
Denkmäler  zwischen  -iste  und  -ieste,  obwohl  -iste  überwiegt; 
dies  Schwanken  ist  nur  eine  Folge  des  Einflusses  des  Plurals, 
und  findet  in  allen  Conjugationen  statt:  prometiste  Goten- 
geschichte 47,  perdiste  Gotengeschichte  66,  pudiste  Goten- 
geschichte 47,  ovieste  Gotengeschichte  66,  pusiste  Gotenge- 
schichte 95,  dexiste  Gotengeschichte  47,  ogste  Ildef.  329  a, 
posiste  Ildef.  325  b,  quisiste  Ildef.  326  a,  troxiste  Cronica  jene- 
ral  bei  Menendez  P.  Seite  233  (der  Herausgeber  ändert  in 
irriger  Weise),  feziste  Astronomie  i,  176,  18,  ßzieste  Astro- 
nomie 2,  125,  24,  pussiste  Astronomie  i,  193,  4,  pussieste 
Astronomie  i,  179,  3.  Aehnlich  liegen  die  Verhältnisse  in  den 
westlichen  Dialekten.  Altasturische  Beispiele  kenne  ich  nicht, 
im  Neuasturischen  erscheint  gewöhnlich  -iste  oder  -isti:  encen- 
disti  Cuesta,  'venciste  Cuesta,  acudisti  A.  205,  toviste  Rato, 
fixiste  A.  30,  visti  A.  16,  diste  A.  16;  daneben  kommt  aber 
auch  -ieste  vor:  tovieste  ^?ito,  vieste  A.  loi;  Munthe  gibt  an, 
er  habe  neben  dixisti  bisweilen  dixiesti  und  dergleichen  mehr 


*)  Gassner,  Altsp.  Verbum  S.  1G2,  citirt  tolhstc  (e  wegen  II )  Fern.  Gonz. 
112.    Ich  benutze  dieses  Gedicht  nicht  wegen  der  schlechten  Ueberlieferung. 


-  36  - 

gehört,  und  citirt  diprhidieste  neben  ßxiste  aus  Florez.  Das 
Leonesische  schwankt  zwischen  ->ste  und  -ieste\  metieste  Alex. 
1487,  holvistc  Alex.  1508,  7/ioristr  Alex.  1623,  oi'ieste  Alex.  1487, 
Ofiste  Alex.  1620,  feziste  Alex.  1618, /ezieste  Alex.  442,  riste 
Alex.  2368,  (/iste.  Alex.  454,  dieste  Alex.  1487.  Eine  geringe 
Verschiedenheit  dürfte  nur  darin  liegen,  dass  in  diesen  Dia- 
lekten die  zweite  Person  des  Plurals  nicht  durchweg  auf  -iestes 
endigt,  und  es  scheint  daher,  dass  auch  im  Singular  -teste 
etwas  häufiger  dort  erscheint,  wo  im  Plural  derselbe  Diphthong 
berechtigt  ist;  man  wird  also  im  Leonesischen  gewöhnlich 
oi'ieste  aber  moriate  gesprochen  haben.  —  Eine  besondere  Be- 
handlung verlangt  die  zweite  Person  des  Präteritums /^^/.•/(!^s^;ß 
Cid  3318,  fast  Cid  358,  fuisti  Gonzalo  S.  Dom.  765,  faste  S. 
Dom.  2^0^ fuist  S.  Dom.  j^8,fust  S.Dom.  309,  * ) fuste A])oll. 
554,  fiäste  Ildefonso  327  b,  fueste  Ildefonso  327  b,  fuste 
Alex.  1621,  faeste  Alex.  546,  fuistc  A.  244,  faste  A.  19,  fosti 
Cuesta,  flu  st  i  Rato.  foste  Rato,  foiste  Rato;  Munthe  giebt 
fiusti  und /(!^6•^!/. 


PRAT.    SING.    3. 

1.  Conjugation. 

Die  Endung  ist  -6:  sosjj/ro  Cid  6.  cacalgo  Cronica  de  Mor. 
62,  tomo  L.  45,  otorgo  F.  A.  4,  entro  Camp,  i,  dexa  Cuesta. 
Nur  einmal  erscheint  im  Fuero  de  Aviles  -ou:  pobloa  F.  A.  4; 
auch  Munthe  giehifalou.   **) 

2.  Conjygation. 

Im  Castilischen.  Toledanischen,  Xavarro-aragonischen  und 
Leonesischen  ist  die  Endung  -16:  respondio  Cid  3042,  vencio 


*)  Fustes  S.  Dom.  240  wird  ein  Schreibfehler  sein. 

**)  In  den  von  Pr'cbsch  publicirten  Glossen  findet  sich  duplicaol  80  und 
belait  266.  Es  dürfte  keine  der  beiden  Schreibweisen  eine  wirklich  ge- 
sprochene Form  repräsentiren. 


—  37  — 

Fuero  Juzgo  12,  3,  15,  conoscio  Brutails  37,  cadwt  Glossen  234, 
tolliot  Glossen  38,  perdio  L.  19,  Ba.  2.  3.  3.  Dagegen  ist  für 
das  Altasturische  die  Endung  -co  durch  zahlreiche  Beispiele 
belegt,  aus  denen  ich  nur  wenige  auswähle:  lendeo  F.  A.  ico, 
F.  O.  41,  rortvpco  Camp.  7.  5,  2,  trwteo  Di.  corrompeo  Esc.  7, 
5,  2,  naceo  Camp.  4,  2,  20.  Vereinzelt  findet  sich  Uebergang 
in  die  dritte  Conjugation:  cencyo  Bex.  2,  2,  4,  Im  Xeuasturi- 
schen  ist  das  castilische  -iö  eingedrungen  und  zahlreich  zu  be- 
legen: morrio  A.  46,  dieselbe  Form  hat  Cuesta.  perdio  A.  26, 
parecio  A.  14.  Nur  in  einem  Gedicht  der  mit  A.  bezeichneten 
Sammlung  erscheint  -cgo  entstanden  aus  -co:  nacego  A.  36, 
rompego  A.  37.  Munthe  giebt  als  gewöhnliche  Form  rump'iu, 
doch  hörte  er  auch  murren  und  daneben  auch  -ion,  ii(  und  iö', 
überdies  constatirt  er  Schwanken  zwischen  liih'ia.  cum'iu.  mif'ni 
und  bebeu.  cumeii,  raeteii  in  den  westasturischen  Dichtungen 
von  Jose  M.  Florez. 

3.  Conjugation. 
Im  Castilischen.  Toledanischen.  Xavarro-aragonischen  und 
wohl  auch  durchweg  im  Leonesischen  ist  die  Endune  -iö: 
partio  Cid  51,  murio  Gotengeschichte  3,  morio  Brutails  1 1 1,  bixio 
Crönica  de  Morea  66.  recelio  Ba.  2,  2,  8,  morio  M.  F.  I.  Für 
das  Altasturische  ist  in  Uebereinstimmung  mit  dem  Portu- 
giesischen und  modernen  Dialekten  -10  anzusetzen:  escrevio 
Dg,  pedio  Di.  Camp.  i.  Im  Xeuasturischen  erscheint  ge- 
wöhnlich durch  Einfluss  der  Schriftsprache  -iö-  sinfiö  A.  13 
pidiö  A.  105,  durmiö  Cuesta.  *;  Xur  in  einem  Gedicht  der 
Sammlung  A.  finden  sich  scntigo  A.  39  und  saligo  A.  40,  jedes 
Mal  gesichert  durch  den  Reim.  Auch  Munthe  giebt  parthi, 
hörte  aber  auch  die  castilische  Form;  aus  Florez  citirt  er 
sal'iu  und  sirvlu.  —  Xach  praepalatalen  Consonanten  kann  -iö 
zu  -ö  werden:  ixö  Gonzalo  S.  Dom.  326,  cinnö  S.  Dom.  661. 

Die  u-Präterita. 
Die  Endung  ist  -0,  vergl.  §  2. 


*)    Alle   diese   Formen    sind   castiliach,   ashirisch    wäre   '^senlio,   "^pedio, 
'^dormio. 


-38- 

T)ie  starken  Friiterita. 

Ueberall  ist  -o  durch  Entlehnung  aus  den  ^^-Präteritis  ein- 
gedrungen: dixo,  fizo  und  fezo  u.  s.  \v.  Diese  Formen  sind 
auch  asturisch:  ffzo  Di,  Camp.  ().  disso  Di,  dixo  Camp.  6,  mifio 
F.  A.  84,  ßxo  A.  7,  dixo  A.  5.  *)  —  Wegen  der  im  Sinne  eines 
Präteritums  gebrauchten  Form  diz  vergleiche  meine  Miscddnea 
de  versißcacion  castellana  I  §  4,  9.  —  Von  veer  wird  vio  und 
vido  gebildet:  vio  Cid  3,  Gonzalo  (Mil.  85),  Apoll.  43.  Goten- 
geschichte 9,  Ildef.  324  a,  Crcmica  jeneral  (Menendez  209), 
Cronica  de  Morea  316,  Alex.  1259,  Camp.  2,  2,  10,  cigo  A.  40 
(gewöhnlich  wird  im  Neuasturischen  cio  gebraucht:  A.  4);  cido 
Gonzalo  (Sacr.  253),  Apoll.  234,  Gotengeschichte  27,  Ildef.  325a, 
Cronica  de  Morea  476.  Die  erste  Spur  von  vio  habe  ich  in 
dem  Leben  der  Maria  von  Egypten  (Janer  S.  308)  gefunden. — 
Von  dar  wird  dio  gebildet:  Cid  2801,  3172,  3189,  3192  im  Reim, 
Gonzalo  S.  Dom.  26,  iVpoll.  29,  Aragon  (B.  3);  altasturisch  ist 
deo  F.  A.  8,  deu  F.  A.  4,  dio  E.  O.  16,  Di,  Camp.  3;  neu- 
asturisch  ist  dio  A.  26,  Cuesta.**)  —  Von /m/  lautet  die  dritte 
Person  in  Castilien,  Xavarra  und  Kr?Lgonfuc:  Cid  2814,  Gon- 
zalo S.Dom.  5,  Apoll.  2,  Silos  113,  Gotengeschichte  Einleitung, 
Mem.  bist.  I  63,  Brutails  37,  Aragon  (A.  3),  Cronica  de  Mo- 
rea i;  doch  findet  sich  auch  yb  Gonzalo  S.  Dom.  98,  Mil. 
493,  Silos  113,  fori  (sie)  Morea  685.  —  Im  Alt-  und  Neuasturi- 
schen ist  fo  am.  häufigsten:  Dd.  Dk,  Camp.  2,  A.  6,  Cuesta, 
Rato;  daneben  findet  sich/6>/:  E.  R.  i,  A.  7,  Cuesta,  Rato,  und 
ferner /öc;  F.  A.  75,  Dl.  Cuesta;  bisweilen  trifft  man  auch  die 
castilische  P'^orm  J'ue  Bex  1,1,1,    A.  144;    Munthe  giebt  foi. 


')  Durch  -0  ist  älteres  -c  verdrängt  worden.  Diese  Bewegung  hat  dann 
im  Altasturischen  weiter  gegriffen  und  das  Fuero  de  Aviles  hat  auch  logro 
13,  saco  40,  r/o  4.3.  5.3  im  logre,  saque,  de  (dritte  Person  des  Conjunctivs 
Präsens),  pendraro  45  für  pcndrarc  (Hypothetisches  Futurum),  peindrasso 
45  für  pcindrasse  (Conjunctiv  des  Präteritums^,  foro  83  iürfore  (Hypothe- 
tisches Futurum). 

''")  Dien  und  tcnnicu^  De  los  diez  mandamientos,  Uomania  XVI,  werden 
nicht  als  Altertümlichkeiten,  sondern  als  orthographische  Sonderbarkeiten 
zu  betrachten  sein. 


—  39  — 

Im  Leonesischen  herrscht  fu  L.  19.  Coy.  8,  Ba.  2,  3,  6,  Ale^. 
858;  es  findet  sich  auch  /'w  L.  15  11.  ü.;  daneben  trifft  man/ö 
Alex.  1728,  foy  Mure.  10,  i,  13,  foe  M.  F.  I  (vielleicht  durch 
asturischen  Einfluss). 

PRÄT.  PLUR.  1  UND  2. 

1.   Conjugation. 

Die  Endungen  sind  gewöhnlich  -amos  und  -astes:  matamos 
Cid  2522,  fablastes  Cid  677,  mamhu/ws  Fuero  Juzgo  12,  3,  13, 
ganastes  Gotengeschichte  47,  Aragon  (A.  2),  tomamos  Aragon 
(A.  3),  tornastes  Brutails  4,  ayuntamos  L.,  faUastes  AI.  Brief 
pasamos  A.  12  (neuasturisch),  enviastes  E.S.  II  (altasturisch), 
robastes  A..  55  (neuasturisch);  Munthe  giebt  an  bisweilen  -estis, 
gewöhnlich  -astis  gehört  zu  haben;  bisweilen  finden  sich  -emos 
und  -estes,  Analogiebildungen  nach  -este,  in  leonesischen 
Quellen,  vergl.  meine  Arbeit  über  die  leonesische  Conjuga- 
tion. *) 

Die  übrigen   Conjugationen. 

In  Castilien,  Xavarra  und  Aragon  sind  die  Endungen  -iemos 
und  -iestes.  Dieselben  Formen  sind  als  die  ursprünglichen  für 
Xeucastilien  vorauszusetzen.  Es  ist  daher  unzulässig,  bei  ver- 
gleichender Behandlung  der  spanischen  Formenlehre  neu- 
spanisches oimos^  oisteis  direkt  mit  audivimus,  audivistis  zu 
vergleichen.  Beispiele  sind  folgende:  venciemos  Cid '^'^i,  jm^- 
diestes  Cid  2867,  partiemoß  Cid  iii6,ßriestes  Cid  '^26^,pudic- 
mos  Cid  II 17,  viniestes  Cid  1649,  ßziemos  Cid  3299,  dixiestes 
Cid  3462,  metiemos  Gonzalo  S.  Dom.  495,  prometiestes  S.  Dom. 
497,  oyemos  Sacr.  234,  oiestes  Mil.  839,  pudiemos  S.  Dom.  495, 
estoviestes  S.  Oria  igy,  ßciestes  S.  hp.uT.  105  **),  escogiestes 
Apoll.  238,   partiemos  Apoll.  128,  oncmos  Apoll.  547,  oviestes 


*)  Librcstes  Fernan  Gonzalez  110  ist  Schreibfehler  für  lihreste.  —  Cornu, 
Romania  IX  S.  94  citirt  mandenios  (Prt.)  aus  einem  Dokument  von  Avila. 
*')  Fecistes  Duelo  58  steht  ganz  vereinzelt  und  ist  zu  corrigiereu. 


—  40  — 

Apoll.  9,  ßziestes  Apoll.  177,  recihiemo^  Silos  275,  recihiestes 
Silos  278,  pusiemos  Silos  229,  ßziemos  Silos  112,  ßziestes  Silos 
275,  j'ecihiestes  Brutails  12,  jmsiemos  Briitails  22,  oviestes  Bru- 
tails  4,  ßziemos  Brutails  17,  ßziestes  Brutails  194,  metiemos 
Aragon  (A.  4),  2)artiemos  Aragon  (C.  i),  sopiemos  Aragon 
(G.  i),  ]>risiemos  Aragon  (A.  '^),  ßziemos  (A.  8),  ßziestes  Ara- 
gon (A,  8),  fiziemos  Crcmica  de  Morea  493.  —  In  den  tole- 
danischen  Sprachdenkmälern  sind  neben  den  regelmässigen 
Endungen  -iemos  und  -iestes  die  Neubildungen  -imos  und  -istes 
im  Vordringen  begriifen.  Dieselben  finden  sich  in  allen  Con- 
jugationen  und  sind  augenscheinlich  auf  den  Einfluss  der  zwei- 
ten Person  des  Singulars  zurückzuführen;  doch  mag  bei  ihrer 
Ausbreitung  leonesischer  Einfluss  mitgewirkt  haben.  Bei- 
spiele sind  folgende:  defendimos  Fuero  Juzgo  12,  3,  6,  estahle- 
eimos  Fuero  Juzgo  12,  3,  11,  vendiestes  Fuero  Juzgo  12,  3,  10, 
costrenniemos  Fuero  Juzgo  12,  3,  18,  croviemos  Fuero  Juzgo  12, 
3,  4,_y('"(;7V'»w.s  Fuero  Juzgo  12,  3,  16,  aduxiemos  Fuero  Juzgo  12, 
3,18,  rencistes  Gotengeschichte  2^],  rc(7'Z'2??zö.s  Gotengeschichte 
52,  pudieinos  Gotengeschichte  74,  viniemos  Gotengeschichte  74, 
viniestes  Gotengeschichte  74,  quisiestes  Gotengeschichte  74, 
dixiemos  Gotengeschiclite  9  u.  ö.,  diximos  Gotengeschichte 
61  u.  ö.,  deximos  Gotengeschichte  80,  /(^';r?s;^es  Gotengeschichte 
2^,  -prometiestes  Ildefonso  327  a,  oyestes  Ildefonso  327  b,  oistes 
Ildefonso  329  b,  compusiestes  Ildefonso  328  a,  viniestes  VAq- 
fonso  329  a,  venistes  Ildefonso  323  a,  ßzistes  Ildefonso  327  a, 
pusiestes  Jacobo  Ruiz  i,  13,  i,  ßeziemos  Jacobo  Ruiz  3,  i,  6, 
naciewos  Mem.  bist.  I  4  *),  nascimos  Mem.  bist.  II  22%^  enten- 
diestes  Mem.  bist.  I  8^,  tollistes  Mem.  bist.  I  140,  escrihiemos 
Mem.  bist.  I  56,  soßrimos  Mem.  bist.  II  22Z,  recehistes  Mem. 
bist:  I  140,  toviemos  Mem.  bist.  I  56,  tovim,os  Mem.  bist.  II 
229,  ödestes  Mem.  bist.  I  115,  pusistes  Mem.  bist.  I  140, 
pzicmos  Mem.  bist.  I  91,  fezimos  Mem.  bist.  II  229,  ßziestes 
Mem.  bist.  I  87,  in  dem  Auszug  aus  der  spanischen  Chronik 
Alfonso  des  X,  den  Menendez  P.  giebt,  schreibt  der  Heraus- 


'■')  Die  meisten  Urkunden  Alfonso  des  X,  welche  in  dem  Mem.  bist, 
enthalten  sind,  haben  ■ic}?ios  und  -/es/es;  mir  in  I  140  und  II  228.  229  wer- 
den -/))/os  und  -is/es  gebraucht. 


—  41  — 

geber  durchweg  -iemos   und  -i  est  es,  doch  ist  der  Thatbestand 
sehr  zweifelhaft:    ociemos   (Variante    ochrioa)    22^.  jmdicstes 
{\ diTiünten  pudiestes  wnd^  podistes)  22^,  dixiemos,  diximos  und 
deximos  wechsehi  an  mehreren  Stellen  z.  B.   220,   221,  238, 
fezistes    (so    scheinen  alle   massgebenden    Handschriften   zu 
haben)  231  (vergl.  238),  prometimos  Astronomie  i,  16,  9,   mo- 
vimos  Astronomie    2,  174,  31,  ovietnos  Astronomie    2,  175,  11, 
possiemos  Astronomie  2,  62,  8,    ßziemos  Astronomie  i,  87,  20, 
dixiemos  Astronomie  2,  175,  10,    deximos  Astronomie  i,  '^j,  2. 
—  Anders  liegen  die   Dinge  in  Asturien  und  Leon.     In  der 
zweiten  Conjugation  hat  das  Altasturische  -iemos  und  -i  est  es: 
perdiemos  Di,  entendiemos  Camp.   2,  metiestes  Di.     Das  Leo- 
nesische  schwankt  zwischen  diesen  Endungen  und  -imos,  ist  es: 
ohedeeiemos  Alex.  *)  1282,  estahlecimos  L.,  ve?ici  st  es  Alex.  2122. 
Munthe  giebt  rimpiemos  und  rumpiestes.     In  der  dritten  Con- 
jugation hat  das  Altasturische  -imos  und  ohne  Zweifel  auch 
-istes:    recebimos   Dg,  01/mos   Dg.   eompUnm   Camp.    3.     Das 
Leonesische  hat  vorherrschend  dieselben  Endungen,  lässt  aber 
vielleicht  auch  die  castilischen  zu:  serzistes  >A&x.  2122.     Das 
Neuasturische   hat    merkwürdiger   Weise   die   altcastilischen 
Formen  angenommen  und  bewahrt:  partiemos  Rato,  oyestes 
A.  22,   viviestes    A.    195,   partiestcis    Rato,    oyesteis  Cuesta, 
saliemus  Munthe:    doch  kommt  auch   sentimos  (altasturisch 
oder  neuspanisch)  bei  Cuesta  vor.     In  den  M-Präteritis  hat  das 
Altasturische  -iemos  und  jedenfalls  auch  -iestes:  oviemos  E.  S. 
II,  posieTTWS  Mem.,   Esc.  6,  5.  16.     Ebenso  scheint  es  im  Leo- 
nesischen  zu  stehen:   posiemos  Ba.  6,   5,   16,    odemos  V.  II. 
ödestes  Alex.  34,  der  Alex,  hat  mehrfach  diese  Endungen  und 
niemals  -imos  oder  -istes.     Das  Neuasturische   hat   dieselben 
Formen:  toviemos  Rato,  toviestes  Rato,  aber  auch  todstes  Rato. 
In  den  starken  Präteritis  hat  das  Altasturische  -uwws  und  -iestes: 
feciemos  Camp,  i,  feziestes  Di,  dixiemos  Camp.  14.    Dieselben 
Formen  sind  vorherrschend  im  Leonesischen:  feciemos  Coy.. 
dexiemos  Ba.  6,4,  3,  dixiemos^di.  9,  i,  6;  doch  finden  sich  Aus- 


*)  Aus  solchen  Stellen  des  Alex,  lassen  sich  nur  Wahrscbeinlichkeits- 
schlüsse  ziehen.     Diese  Bemerkung  gilt  liir  viele  ähnliche  Fälle. 


—  42  — 

nahmen:/czimos  M.  F.  III,  fecistes  E. S.  Bei Rato  finde  ich  Jixi- 
??ws  und  ßxisteis. — Einer  besonderen  Erwähnung  bedürfen  die 
Präterita  der  Verben  dar  und  veer.  In  allen  Dialekten  geht 
ersteres  mit  der  zweiten,  letzteres  mit  der  dritten  Conjugation: 
diemos  Cid  2565,  Silos  121,  diestcs  Cid  2570,  viestes  Cid  374, 
dii'stes  Gonzalo  S.  Dom.  280,  Silos  113,  viesfcs  Apoll.  295, 
viemos  Silos  126,  diemos  Fuero  Juzgo  12,  3,  13,  distes  Ilde- 
fonso  327  a,  dicstes  Jacobo  Ruiz  3,  2,  7,  diemos  Mem.  hist.  I  56, 
dimos  Mem.  hist.  II  22^,  diestcs  Mem.  hist.  I  46,  distes  Mem. 
liist.  I  140,  viemos  Mem.  hist.  I  96,  vimos  Astronomie  3,  26^, 
12,  dic/nos  Aragon  (A.  5),  viemos  Aragon  (A.  4),  diemos  Ba.  2, 
I,  5,  diestes  Alex.  170,  vistes  Alex.  44,  diemos  Df,  Camp,  i, 
demos  E.  R.  13,  diestcs  Di,  Mem.,  r/imos  E.  S.  II,  Camp.  4, 
dicstes  A.  29,  viestes  K.  79,  viesteis  Cuesta,  im  Nordosten  finden 
sich  Nebenformen  für  viemos  und  viestes:  vidicstcs  Gonzalo 
Sign.  28,  vidiemos  Ar ?igon  {C.  1 ).  —  Zum  Schluss  müssen  die 
Formen  des  Präteritums  fui  behandelt  werden.  Casti lisch, 
navarrisch  und  aragonisch  sind  die  Formen  fuemos  Gonzalo 
Loores  47,  Apoll.  129,  Aragon  (G.  i)  und  fuestes  Cid  71, 
Gonzalo  Sign.  34.  Apoll.  359,  toledanisch  scheinen  fuemos 
Ild.  328  b,  Mem.  hist.  I  182  u.  ö.,  fuestes  Gotengeschichte  74 
neben  fustes  Gotengeschichte  2y  zu  sein.  Leon  hat  fumos 
Alex.  1492  und  fustes  Alex.  2459,  doch  dürften  ?inch  fuemos 
Alex.  1286  und  fuestes  Alex.  1695  nicht  unleonesisch  sein. 
Altasturische  Beispiele  fehlen,  es  ^m(\fom,os  und  fostcs  wahr- 
scheinlich, neuasturisch  ün(Xet  sich,  fuemos  A.  loi  und  fuestes 
A.  182,  Rato  giebt  fuimos  und  f osteis,  im  W(')rterbuch  auch 
fomos  \m6.fostes,  Isixmihc  fo mos  wwdfostis. 

PRÄT.    PLUR.    3 

1.   Conjugation. 

Die   Endung  ist  überall  -aron:  vedaron  (Jid  90,    otreyaron 
Brutails  5,  ganaron  Bc.  4,  2,  17  *). 

*)  Guioron  Alex.  2006  ist  wohl  ein  Versehen  Jancr's,  der  ouioro?i  nach 
der  Handschrift  corrigiertc. 


—   43   — 
Die  übrigen  Conjugatioiien. 

In  Castilien,  Navarra  und  Aragon  ist  die  Endung  -ieron: 
tendieron  Cid  182,  yxieron  Cid  191,  tovieron  Cid  664,  ßzieron 
Cid  699,  dieronQ>\A  1050  *),  tieron  Cid  468,  prometieron  Mem. 
hist.  I  24,  pidieron  Mem.  bist.  I  23,   sopieron  Mem.  hist.  I  23, 
fizieron  Mem.  hist.  I  59,  dieroji  Mem.  hist.  I  140,    vieron  Ilde- 
fonso  329  a,  vendieron  Brutails  152,  oyeron  Brutails  22,  vinieron 
Brutails  37,  r/2cro?2  Brutails  5,  vieron  Brutails  22,  resjwndieron 
Morea  24,    rindieron  Morea  36,    xinieron  Morea  15,  dixieron 
Morea  23,    dieron  Morea   554,    ridieron  Morea  481  **).  — In 
Asturien  ist  die  Endung  verschieden  nach  den  Conjugationen. 
In  der  zweiten  Conjugation  braucht  das  Altasturische  -ieront 
und  -ieron:  prometieront  Camp.  9,  vendieronC2im\).  7,  3,  6.  Ver- 
einzelt erscheint  auch  das  alte  -eront  und  -eron:  venderont  Df, 
perderon  Esc.  9;  ausnahmsweise  acreciron  Camp.  4,  2,  17.  Neu- 
asturisch  ist  -ieron:  vertieren  A.  42;  und  bei  Gonzalez  Reguera 
ist  -ienon  gewöhnlich:  metierion  A.  17  ***).— Die  Endung  der 
dritten  Conjugation  ist  altasturisch   -iront  oder   -iron:  fuiron 
F.  O.  33,  consentiron   Bex.   6,  5,  17,    o?/röw  Camp.  2,4,5;  un- 
regelmässig  ist  partier on  Esc.   8,  5,  2.     Neuasturisch  sind  die 
Endungen   mit   der    zweiten   Conjugation   übereinstimmend: 
particron   Rato,  sofrieron  Cuesta,   acudieron  A.  164,    salicnon 
A.  14,  suhienon  A.  15.— Bei  den  altasturischen  u-Fräteritis  ist 
die  Endung  -ieron  und  ausnahmsweise  -eron:  tevi eron  Cmw^.  5, 
I,  5,    teveron  Camp.  15,    estevieron  Camp.  3,  2,  3.     Das  Neu- 
asturische  hat  dieselben  Endungen,  die  vorher  erwähnt  sind: 
tovieron  Rato,  hobieron  A.  225,  punxeron  (e  wegen  des  präpa- 
latalen  Consonanten)  A.  238,  pusienon  A.  33.  —  Die  5tor/;c% 
Präterita  haben  im  Altasturischen  -ieront  und  -ieron:  fezieront 
Df,  dixeron  (e  wegen  des  präpalatalen  Consonanten)  Camp.  9, 
dixieron  Dl.     Ausnahmsweise  finden  ?,\d\feceron  Camp.  5,  i,  5. 


*)  Ganz  vereinzelt  steht  deron  Gonzalo  S.  Dom.  531. 

**)  Vergl.  dazu  Munthe  Ö.  45  und  46. 

csso-)  Bei  vorhergehendem  präpalatalen  Consonanten  kann  -ieron  zu  -eroti 
werden:  dixeron  Astronomie  2,  (58,  24,  vergl.  dixemos  Astronomie  3,  247, 
3. — Ganz  vereinzelt  steht  cslahlioren  Navarra  (F.  2). 


—  44  — 

Im  Xeuasturischen  erscheinen  dieselben  Endungen  wie  sonst: 
f.xeron  (e  wegen  des  präpalatalen  Consonanten)  Rato,  Cuesta, 
A.  i68,  fcxcnon  K.  9.  Von  dar  und  ?;eer  findet  sich:  dieront 
('amp.  16.  dieron  Bex.  16,  Cuesta  A.  38,  vieron  Cuesta. — 
Das  Leonesische  schwankt  wie  gewöhnlich  zwischen  asturi- 
schen  und  castilischen  Formen,  verwechselt  ausserdem  die 
Endungen  der  zweiten  und  dritten  Conjugation:  comicron 
Alex.  163,  metiron  Alex.  392,  partiron  Ba.  10,  i,  17,  Alex. 
40:,  oyeron  L.  19,  ohieron  L.  17,  fezieron  Coy.  13,  dexieron 
Alex.  665  (ausnahmsweise  dixiron  Alex.  473),  dieron  Ba.  4, 
2,  6,  riron  L.  19.  —  Im  salmantinischen  Dialekt  erscheint 
-ioron,  Analogiebildung  auf  Grund  von  metiö,  saliv,  in  allen 
Conjugationen  ausser  der  ersten:  conecioron  X\ex.  '^<^^,ferioron 
Alex.  508,  ocloron  Alexanderbrief,  renioron  Alexanderbrief, 
dixioron  Alexanderbrief,  cioron  Alex.  173,  dioron  Alexander- 
brief.—  Von/«'//  kommt  gewöhnlich _/7/-ßrö?^  Cid  523,  Apoll.  16, 
Fuero  Juzgo  12,  3,  12,  Ildefonso  328  b,  Brutails  22,  beiGonzalo 
de  Berceo  findet  sich  neben  dem  gewöhnlichen  ///er^'^z  S.  Dom. 
2j  auch  foron  S.  Dom.  360,  im  Leonesischen  ist  die  geläufige 
Form  \\o\\\  faron  Ba.  6,5,13,  Alex.  1555,  salmantinischer 
Schreiber  bei  Gonzalo  Sacr.  193.  doch  kommt  auch  facron 
vor  C'Oy.  13,  M.  F.  III,  im  Altastuiischen  findet  ?,\c\\  foroJit 
Df  und  foron  Dg,  Camp.  4,  im  Neuasturischen  foron  Rato, 
Q\\e?,t?L,  fonon  A.  14,  Rato,  fonun  Munthe,/o?2ö  A.  11,  fmron 
A.  96. 


Plusquamperfectum. 

1.   Conjugation. 

Sonnara  Alex.  904,  tnataras  Cid  3325,  dexara  Cid  624, 
llegarades  Mem.  hist.  I  87,  lidiaran  Cid  2479,  tomarant  Camp.  I. 
—  Im  Neuasturischen  (aber  nicht  in  dem  von  Munthe  be- 
handelten Westasturischenj  sind  die  Endungen  -as  und  -an  zu 
-e.s-  und  -cn  geworden:  dexarcs  A.  27,  matara  A.  6,  untaren 
A.  142. 


—  45  — 
2.  Conjugation. 
Apaciera  Gonzalo  Duelo  22,  dcäcras  Alex.  1155,  crecicra 
Cid  2059,  valiera  Ildefonso  330  a,  de^iera  Ba.  8,  4,  23,  viäera- 
mos  Mem.  hist.  II  229,  deuerades  Aragon  (A.  8),  comiera?i 
Cid  2067.— Spuren  von  e  für  ie  in  der  ableitenden  Silbe  finden 
sich  in  Leon  und  Asturien:  devera  Bb.  8,  4,  23,  jjrometera  Bc. 
5,  5,  8,  recebera  E.  R.  5,  5,  3--Wie  sonst  findet  sich  auch  hier 
Uebergang  in  die  dritte  Conjugation  im  Leonesischen:  prome- 
tiraBh.  5,  5,8,  valiraiWex.  514.— Xeuasturische  Formen  sind: 
coi/iieres  A.  245,  debiera  A.  19,  morrieren  A.  125. 

3.  Conjugation. 

Saliera  Cid  1512,  escrihieran  Fuero  Juzgo  12,  3,  28.  —  Astu- 
rien und  Leon  haben  gewöhnlich  i  in  der  ableitenden  Silbe: 
ferira  Ba.  6,  4,  10,  Esc.  6,  4, 10.  —  Das  Xeuasturische  hat  ie  : 
sirviera  A.  42,  escribieren  A.  115-  -  Menendez  (Infantes  de 
Lara,  S.  393)  verteidigt  die  Formen  fazerira  231  und  servira 
238,  und  es  kann  wohl  sein,  dass  dergleichen  im  Toledanischen 
vorkommt,  vergl.  Prät.  Conj. 

Die  u-Präterita. 

Pudiera  Ildefonso  327,  3,  ovieras  Alex.  546,  pusiera  Ildefonso 
329  b,  ovieramos  Mem.  hist.  II  228,  Aragon  (A.  8),  pmlierades 
Jacobo  Ruiz  i,  12,  2,  pudieran  Jacobo  Ruiz  3,  3,  2.— Auch  das 
Leonesische  hat  durchweg  als  ableitenden  Vocal  ie,  vergl.  §  2. 
— Altasturische  Beispiele  sind:  teciera  Camp.  5,  i,  5,  quisiem 
E.  R.  2,  I,  16;  neuasturische:  viniera  A.  149,  supieres  A.  249, 
tuviera  A.  6^,  pudieramos  A.  165,  tiivierais  A.  77,  supieren 
A.  1^2. 

Starke  Prätetita. 

Fizieras  Cid  3325,  aduxiera  Cid  1420,  ßzieramoslSlQm.  hist. 
II  22%,  fizierades  Cid  3597,  nasquieran  Cid  1662.— Leonesische 
Formen  sind:  dexiera  Bc.  2,  5,  11,  /c^ßra  Bc.  3,  4,  i,  digieran 
M.  F.  I;  altasturische /mV?m  (Jamp.  6,  i,  2,  dixiera  E.  R.  2,  5, 
13;  neuasturische  fixer a  A.  14,  fixeres  A.  13,  fixeramos  A,  25, 
dixeramos  Rato. 


-  46  - 
Plusqiuimpcyfcctian  vo7i  llav  imd  veer. 

Dicra  (zweifelhaft)  Mem.  bist.  I  48,  dieras  AXqx.  1488,  diera 
Cid  ^-77,  di('ramo6  Alex.  1694,  dieran  Cid  163. —  Vleras  Apoll. 
44,  ciera  Gotengeschichte  80,  vieran  Cid  1662.  —  Bei  Gonzalo 
de  Berceo  ist  vidier  an  S.  Oria  143  zu  bemerken;  leonesische 
Formen  sind  ivra  Alex.  1979,  vi  ran  Alex,  999;  altasturische 
diera  Camp.  4  und  vira  E.  S,  IV;  neuasturische  dieres  A.  236, 
dicra  A.  65,  dicreri  A..  125,  viera  A.  14,  vicra.  A.  25,  vieran 
(castilische  Form  für  vieren)  A.  14. 

Plusquamfectum  von  fui. 

Fuera  Cid  13 12,  Apoll.  1 1 3, y^^^^rcw  Gonzalo  S.  Oria  30,  Goten- 
geschichte 28. — Wie  in  anderen  Formen  hat  auch  hier  Gonzalo 
0  neben  ue:  fora  Mil.  493.  —  Leonesische  Formen  sind  fara 
Alex.  1612  und  furan  Alex.  1863;  altasturische /br«  E.  S.  III. 
IV  (neben  fuera  E.  S.  III)  wwCil  foran  Dh;  neuasturische  /b/'a 
A.  13,  foreb  A.  27,  fora  A.  8,  foramos  Rato,  föraes  Rato,ybrew 
Cuesta,  daneben  findet  sich/^^cr«  A.  268,  Munthe  gibt  fora. 


Hypothetisches  Futurum. 

1.   Conjugation. 

Siny.  1:  Die  Endung  ist  gewöhnlich  -arc:  mandare  Mem.  bist. 
I  103, /'67'm;-ar6' Fuero  Juzgo  12,  3,  15,  j*;assare  Navarra  (E.  2); 
bisweilen  hat  sich  auch  -ar  erhalten:  mamlar  (im  Reim)  Cid 
691.  Nur  bei  Gonzalo  findet  sich  -aro:  tomaro  S.  Oria  104. — 
Sing.  2:  Die  Endung  ist  überall  -ares:  ligares  Gotengeschichte 
52.  —  Sing.  3:  Die  gewöhnliche  Endung  ist  -are:  menguare  Cid 
258,  catare  Gonzalo  Sacr.  93,  sacare  Fuero  Juzgo  12,  3,  22,  dc- 
mandare  Gotengeschichte  66,  matare  Navarra  (F.  i),  inxare 
Leon  (Sah.),  vedare  Asturien  (F.  O.  11).  Daneben  findet  sich 
auch  das  lautgesetzliche  -ar  und  zwar  überwiegend  in  Leon 
und  Asturien:  atcMtar  Leon  (L.  4),  comparar  F.  A.  6,  morar 
F.  O.  2,  quebrantar  Camp.  2,  levantar  De,  aiudar  Gonzalo  S. 
Mill.  432.     Im  Xeuasturischen  ist  das  hypothetische  Futurum 


—  47  — 

so  wenig  wie  anderswo  volkstümlich.  Fendraro  F.  A.  45 
halte  ich  aus  Gründen,  die  oben  in  einer  Anmerkung  aus- 
einandergesetzt sind,  für  Analogiebildung  nach  vieno  etc. — 
Plur.  1:  In  den  östlichen  Dialekten  findet  sich  -dremos:  lidia- 
remos  Cid  673,  ohlidaremos  Gonzalo  Sacr.  99,  mostraremos 
Mem.  hist.  I  140,  <?wnarewos  Aragon  (A.  3);  dagegen  haben 
die  westlichen  das  lautgesetzliche  -annos:  pecarmos  Alex.  4, 
alcanzarmos  V.  II. — Phir.  2:  Im  Osten  herrscht  -dredes,  doch 
findet  sich  auch  das  lautgesetzliche  -ardes;  im  Westen  herrscht 
-ardes,  doch  findet  sich  Ruch  -dredes:  /allaredcs  Cid  832,  ejivia- 
redes  Gonzalo  S.  Mill.  480,  demostrardes  (ausnahmsweise)  S. 
Oria  74,  cuytaredes  Apoll.  319,  casardes  Apoll.  220,  faUaredes 
Jacobo  Ruiz  i,  8,  4,  fallardes  Jacobo  Ruiz  i,  14,  2,  quitaredes 
Mem.  hist.  I  140,  ^^arrtfc's  (ausnahmsweise)  Mem.  hist.  I  115, 
enviaredes  Menendez  S.  239,  mendaredes  (sie)  Brutails  4  (ist 
vielleicht  Futurum),  mandardes  Brutails  13,  t ractaredes  Ara- 
gon (C.  5),  falardes  Leon  (Sah.),  guiardes  Alex.  2321,  enriar- 
des  E.  S.  IV,  gar  dar  des  Camp,  3,  amaredes  Bex.  9.  Vereinzelt 
stQhtfay Hartes  Brutails  1 24,  findet  aber  eine  Stütze  in  podier- 
tes  Brutails  108,  sopiertes  Brutails  70,  obiertes  Xavarra  (F.  i), 
metiertes  Asturien  (zweimal  in  Di). — Plur.  3:  Die  Endung  ist 
überall  -areii:  fallaren  Cid  1260,  lecaren  Glossen  127. 

2.  Conjugaüon. 

G-ewöhnlich  ist  der  Vocal  der  ableitenden  Silbe  ie :  Sing.  T: 
rresjiondier  Cid  3305,  fallesclero  Gonzalo  Mil.  527. — Sing.  2: 
solvieres  Gotengeschichte  52. — Sing.  3:  fallesciere  Cid  258. 
acorriere  S.  Dom.  411,  encubriere  Fuero  Juzgo  12,  3,  9,  metiere 
Aragon  (F.  2),  mecier  Ba.  8,  4,  14,  viviere  (von  viver)  L.  17, 
tollier  F.  A.  94,  F.  O.  11,  vendier  Dk,  prometier  Camp.  2, 
cadieret  Glossen  89. — Plur.  1:  vencieremos  Cid  688,  crediere- 
mos  Gonzalo  Loor.  194,  metiermos  M.  F.  IL — Plur.  2:  comiere- 
des  Cid  1034,  entendieredes  Jacobo  Ruiz  3,  i,  5,  leyerdes  Gon- 
zalo S.  Oria  6,  metiertes  Di  (s.  o.) — Plur.  3:  nascieren  Ba.  9.  i, 
16,  naiseren  (e  wegen  des  Palatals)  Glossen  62. — Uebergang 
in  die  dritte  Conjugation  ist  häufig  in  Leon:  vencires  Alex.  J2, 


-48  - 

toUr  Sah.,  perdir  Ba.  2,  3,  6,  nacir  Alex.  2471,  comirdes  Alex. 
1582,  caZ/c/i  Sah.,  nasciren  Ba.  12,  2,  10,  und  kommt  verein- 
zelt vor  im  Fiiero  von  Aviles:  vcm/ir  F.  A.  68,  escoilir  F.  A. 
94. — Ableitimgsvokal  e  kommt  vor  in  Asturien:  rromper  F.  O. 
13,  rincere  E.  R.  2,  2,  4,    mover  Esc.  2.  i.  6.  prometeren  E.  R. 

2,  5,  6;  das  Fuero  de  Aviles  (vender  5,  cacr  14  etc.)  beweist 
nichts,  weil  es  stets  e  für  ia  schreibt.  Einmal  findet  sich  e  auch 
in  Aragon:  i/toleren  D.  2. 

5.    Co7iju<jation. 

Der  Ableitungsvokal  ist  /ß  in  Castilien,  Navarra  und  Aragon, 
ie  oder  /  in  Leon,  gewc'Umlich  /,  selten  ie  in  Asturien:  Sing.  1: 
mariere  Menendez  S,  252  (der  Herausgeber  schreibt  ynuriero), 
fcricrc  Alex.  926,  .sa/Z/erö  Gonzalo  Mil.  525. — Siug.  2:  murieres 
Apoll,  ^o^.—  Shig.  3:  salierc  Cid  3465,  /aiZ/erc  Gonzalo  S. 
Dom.  364,  oifi'r  Loor.  17,  cumpVere  Fuero  Juzgo  12,  3,  11, 
fcricra  und  exier  Aragon  (F.  2),  merkwürdigerweise  schreibt 
dasselbe  Dokument  (F.  2)  auch  moricro  und  feriero  in  dritter 
Person,  onerieret  Glossen  2;^'^,  fe/rir  Sah.,  morir  L.  19,  motier 
Ba.  2,  3,  8,  sentiere  Bc.  i,  2,  6,  /t;r/r  F.  A.  38,  Camp.  6,  5,  12, 
?.s-67;-  F.  A.  yy,  exir  F.  O.  26,    conscntir  Dk.  9,  morir  Camp.  2, 

3,  8,  firier  F.  O.  15. — PZ«<r.  7;  murieremos  Cid  687,  sirvieremos 
Gonzalo  Mil.  74,  partieremos  Mem.  bist.  II  229,  recibirtnos  V. 
II,  destroyrmos  Alex.  1693. — Flur.  3:  vistieren  Mem.  bist.  I 
^^,  pid.iercn  Sah.,  parlieren  M.  F.  I,  exircnt  F.  A.  54,  sercirent 
Camp.  19,  rompliren  Q;\m.\).  2,5,  11,  .mliren  J)\^.  Ganz  ver- 
einzelt steht  ixiren  Aragon  (A.  i ),  findet  aber  eine  Stütze  an 
ähnlichen  Formen  des  Prät.  Conj.  *) 

Die  a-Präterita. 

Der  Vokal  der  ableitenden  Silbe  ist  an  allen  Orten  ie:  Sing. 
1:  tomere  Silos  241,  pmliere  Mem.  bist.  I  115,  pudier  1s\^qvc\.. 
bist.  I  140,  Oüiere  (im  Reim)  Alex.   102   (das  Original  hatte 


*)  Fiir  den  Dialekt  dos  Fuero Viejo  de  Castilla  beachte  mau  das  Vorkommen 
von  cumprirc  1,  'J,  3,  cumprir  1,  9,  3,  co)Hpyi>-  1,  9,  3,  c.omprircn  5,  4,  3. 


—  49  — • 

oviero),  pudief^o  Gonzalo  Mil.  805. — Sni^.  2:  estomeres  Gonzalo 
S.  Oria  125. — &ing.  3:  otiere  Cid  1909,  pudier  Cid  26^^,  orier 
Sah.,  F.  O.  10,  tevler  Dd. —  Vlur.  1:  oviercrnos  Cid  2567,  Bru- 
tails  5,  pudleremos  Gonzalo  S.  Dom.  ■^6s.,  quisici^mos  Sacr.  181 
(salmantinischer  Schreiber),  tovieremos  Mem.  hist.  I  104.  po- 
diermos  Alex.  12S9.  —  Phn\  2:  sopieredcs  Cid  S^^,  oricredes 
Gonzalo  S.  Dom.  459,  tovierdes  S.  Oria.  160,  pudierdes  Apoll. 
166,  sohieredes  Ildefonso  328  b,  quisf'erdes  Ildefonso  325  b, 
pudieredes  Jacobo  Ruiz  i,  5,  3,  tocierdcs  Jacobo  Riiiz  3.  2,  7, 
podierdes  Aragon  ( A.  4),  rinieredcs  Aragon  (A.  5 ),  podierdes 
Alexanderbrief,  podiertes  Briitails  108,  sopiertcs  Brutails  70, 
obiertes  und  pr/'siertes  Xavarra  (F.  i). — Fbir.  3:  orici-fii  Fuero 
Juzgo  12,3,4,  Sah.,  F.  O.  33,  pre8ie,re^^tG\.Q'i,■&Q^^  15S. — Oft 
findet  sich  in  Asturien  und  vereinzelt  in  Leon  der  A'okal  e  in 
der  Ableitungssilbe:  orereii  Esc.  i,  2,  6,  occrcnt  Camp.  18, 
soher  Camp.  3,  5,  5,  soper  Esc.  6,  5,  21,  quiserdrs  Camp.  9, 
over  Sdih.. — Bisweilen  finden  sich  Endungen  dritter  Conjugation 
im  Fuero  de  Aviles:  venir  F.  A.  35,  comcnlreu  F.  A.  64, 
quesir  F.  A.  6,  dieselben  dürften  auf  *m'Mid  und  quaeslci  zu- 
rückgehen. 

Die  starken  Präterita. 

Der  Vokal  der  ableitenden  Silbe  ist  an  allen  Orten  ie:  Sing. 
1:  dixier  Cid  530,  adtixier  Cid  181,  fixiere  Silos  241,  dissiero 
Gonzalo  Mil.  108. — Sing.  2:  fizieres  Apoll.  305,  fecieres  Camp. 
2. — Sing.  3:  dixiere  Cid  19 12,  ficier  Gonzalo  S.  Dom.  712, 
fezier  Sah.,  F.  O.  43,  D^,  ficieret  Glossen  28.  — Flur,  h  ri^- 
quieremos  Cid  2c^42,  dixieremo.s  Gonzalo  S.  Dom.  237.— P////-,  2: 
dixieredes  Cid  1872,  fixierdes  Gonzalo  S.Dom.  515,  Jacobo 
Ruiz  i,  2,  4,  Mem.  hist.  I  115,  fezier ed es  Jacobo  Ruiz  i,  10, 
1,  fecierdes  Di.— Flur.  3:  fizieren  Jacobo  Ruiz  i,  14,  2,  fecie- 
rent  Camp.  10. 

Dar  und  veer. 

Sing.  1:  viere  Menendez  S.  237. — Sing.  2:  rieres  Apoll.  580. 
— Sing.  3:  diere  Jacobo  Ruiz  i,  3,  8,  dier  Jacobo  Ruiz  i,  12,  3, 
Ba.  4,  2,  20,    F.  O.  12,  Dk,  C;imp.  10,    derc  Bb.  2,  5,  11,    der 

(4) 


—  50  — 

F.  O.  19,  eiere  Aragon  (F.  2),  E,  R.  19,  lir  Camp.  19,  vire 
E.  R.  6,  4,  3.  —  Plar.  1:  dkremos  Mem.  bist.  I  55,  Aragon 
(A.  2),  diermos  Ba.  10,  i,  8,  Esc,  10,  i,  8,  vieremos  Menendez 
S.  210.  —  Flur.  2:  diercdes  Jacobo  Ruiz  3,  i,  3,  Mem.  bist.  I 
140,  dierdes  Gonzalo  S,  Dom.  467,  vieredes  Cid  388,  Jacobo 
Ruiz  3,  I,  5,  xirdeii  Alex.  926,  —  Plur.  3:  dieren  Silos  281, 
Fuero  Juzgo  12,  3,  2^^  Sab.,  Camp.  5,  zieren  Fiiero  Juzgo  12, 
3,  12,  Brutails  16.  54,  Aragon  (A.  i),  M.  F.  III,  Dk,  viren, 
Sab.  Coy.,  M.  F.  III,  Dl. 

Fm. 

Die  üstlicben  Formen  sind:  Sing.  1:  Jmre  Apoll.  255,  Gon- 
zalo S.  Dom.  496  (ist  vielleicht  zu  verbessern),  fuero  Gonzalo 
S.  Dom.  758. — Sing.  2:  fueres  Apoll.  578. — Sing.  3:  fuer  Cid 
1382,  fuere  Cid  92,  Gonzalo  S.  Mill.  321,  fueret  Glossen  8, 
fiiere  Glossen  167.  —  Flur.  1:  faeremos  Cid  1409,  Gonzalo  S. 
Dom.  245,  Apoll.  100. — Flur.  2:  fueredcs  Cid  1039,  Gonzalo 
S.  Dom.  352,  Ildefonso  328  b,  Mem.  bist.  I  30,  facrdcs  Ildef. 
329  b. — Flur.  3:  fuercn  Brutails  143,  fuercnt  Glossen  ^2.,foren 
Glossen  271. — Leonesiscbe  Formen  'sm^-.fures  Alex.  2368,  für 
Sab.,  L.  2,  Co3\,  Ba.  2,  i,  16,  Alex,  1725,  fuer  Coy.  V.  I,  T.  i, 
for  Sab.,  Ba.  2,  2,  10,  fitrmos  AI,  1675,  fuermos  V.  II,  firdes 
Alex.  \^%2,  füren  Sab.,  L.  i.,  fiieren  Coy. — Altasturiscbe  For- 
men sind:  Si)ig.  3:  for  F.  A.  16,  Db,  Dk,  Camp,  3,  fore  Camp. 
I,  2,  6,  fort  De,  foro  F.  A.  ^-^,  fuer  F.  O.  8,  fir  F.  A.  30,— 
Flur.  1:  formos  Camp,  8. — Flur.  3:  foren  De,  Dk,  Camp,  12. 


PRAT,    CONJ. 

1.   Conjugation. 

Sing.  1:  enhias  Cid  490,  maitdase  Mem,  bist.  II  157,  tornasse 
Morea  144. — Si?ig.  2:  alegasses  (Hd  3318. — Si7ig.  3:  quehrantas 
Cid  34,  ventasse  Cid  433,  duras  Aragon  (C.  i),  enbergasse  Na- 
varra  (E.  2),  getas  De,  entras  neuasturiscb  (A,  7);  unregel- 
mässig ist  peindrasso  F.  A.  45. — Flur.  1:  fahlassemos  Cid  195 1. 


—  51  — 

regnassemos  Mem.  hist.  I  59,  »acasscmus  Aragon  (A.4),  roguse- 
mos  Camp.  i.  —  Flur.  2:  tomassedes  Cid  2233,  dexassedes 
Mem.  hist.  I  26,  demandassedes  Brutails  13. — riar.  3:  catassen 
Cid  164,  viassent  F.  A.  8. 

2.  Conjugation. 

Der  Ableitungsvükul  ist  gewöhnlich  ie  :  Shig.  1:  gradedesse 
Mem.  hist.  I  87,  redbies  Brutails  12.  —  Sing.  2:  conosciesses 
Apoll.  470.  —  Sing.  3:  mliesse  Gonzalo  S.  Dom.  359,  crecies 
Cid  3295,  perdicsst;  Morea  7,  perdies  Morea  140,  naisceset 
(e  wegen  des  Palatals)  Glossen  232,  acaesdes  altast.  (Älem.), 
rompies  neuast.  (A.  197),  metiese  neuast.  (A.  Y'^^.—Plitr.  1: 
acometiessemos  Gonzalo  S.  Mill.  213,  tolliesemos  Mem.  hist.  I 
86.  ^-  Flur.  2:  perdtesedes  Gotengeschichte  74,  tolliesedes 
Mem.  hist.  I  115,  entendiessedes  Aragon  (G.  i). —  Flur.  3: 
perdiessen  Apoll.  \i^,  defendiesen  Camp.  4,  vendiesen  neuast. 
(^^^  yy  —  In  Leon  und  vereinzelt  in  Asturien  kommt  auch  i 
vor:  cais  M.  A.,  zemise  Ba.  und  Bex.  5,  4,  21,  valisse  Alex.  1391, 
monsseii  Alex.  2025.  — Vereinzelt  findet  sich  e  in  Asturien  und 
Leon:  vivessent  (von  ziver)  Camp,  i,  2,  5,  vencesse  Bc.  5,  4,  21. 

3.  Conjugation. 

In  Castilien,  Xavarra  nnd  Aragon  ist  der  Vokal  der  Ab- 
leitungssilbe ie:  Sing.  1:  muriesse  Gonzalo  Mil.  817,  rcdbies 
Brutails  12.  —  Sing.  2:  so/rieses  Gonzalo  Loor  97.  —  Sing.  3: 
ahriese  Cid  34,  spidies  Cid  i2-:,2.—Flur.  1:  muriessemos  Morea 
413,  constrinesemos  {e  wegen  n)  Mem.  hist.  I  90.  —  Flur.  2: 
redbiesedes  Gonzalo  S.  Oria  ^^.—Flur.  3:  sirviesscn  Cid  3155, 
exiessen  Aragon  (A.  4),  ßries^en  Morea  277.— Bisweilen  findet 
sich  i  in  aragonischen  Dokumenten:  partissen  A.  5,  complissen 
C.  5,  complisse  Morea  544,  fuissen  Morea  277.  —  In  Asturien 
und  Leon  ist  der  Ableitungsvokal  gewöhnlich  i :  morisses  Alex. 
1530,  vevis  Ba.  7,  2,  19,  cohris  Alex.  92,  salissen  Alex.  1753, 
destruys  Camp.  9,  recudissen  Dl,  servisen  Esc.  19,  vivissen  Esc. 
i^  2,  5.— Das  Neuasturische  hat  ie  angenommen:  saliesen  A.  9. 


Die  ii-Prütenta. 

Sing.l:  pudiesse  Jacobo  Ruiz  Einl. — Sing.  2:  ssopiesses 
Apoll.  537.  —  Sing.  3:  oriesse  Cid  20,  Alexanderbrief,  ^^'MrZ/es 
Cid  309,  yogues  (e  wegen  gu)  Apoll.  131  *),  podies  De,  veniesse 
Camp.  2,  I,  17,  tomes  neuast.  (Cuesta). — Plur.l:  pudiessemos 
Cid  2662. — Plur.  2:  oviessedes  Cid.  1944.  —  Plur.  3:  oviessen 
Cid  520. — Unregelmüssig  ist  Folgendes:  orisse  Cid  1S20  (wohl 
Felller),  txvi.^scs  Alex.  42  (geht  wohl  auf  tuc'i  zurück,  vergl. 
toi'iö  Fuero  Juzgo  cod.  de  Murcia  5,  2,  6),  renise  Esc.  2,  i,  17 
(geht  wohl  auf  rrnJ  zurück,  vergl.  das  Hyp.  Ywi.),  podesse  Esc. 
2,  I,  4. 

Starke  Präterita. 

Sing.  1:  ßziesse  Silos  241. — Sing.  2:  dixiesses  Apoll.  541. — 
Sing .  3:  fizies&c  Apoll,  lo^,,  ßzies  Brutails  37, /(Sf?'^*^  Ba.  8,  i, 
5,  De.  — Plur.  1:  ßziessemos  Gonzalo  S.  Mill.  423,  ßciessemos 
Aragon  (C.  i),  feziesemos  V.  11,  fecienemos  Mem.  E.  R.  i. — 
Plur.  2:  ficiesedes  Mem.  hist,  I  76,  ßziessedes  Aragon  (G.  i). 
— Plur.  3:  aduxiessen  Cid  1573. 

Bar  und  veer. 

Sing.  1:  diesse  Mem.  hist.  I  23.  —  Sing.  3:  di esse  Cid  26, 
Xavarra  (F.  i),  dies  neuast.  (A.  2j),  riesse  Cid  1293,  Aragon 
(A.  6),  riese  De,  fies  neuast.  (A.  18). — Plur.  1:  diessemos 
Mem.  hist.  I  59,  riessernos  Cid  2S6o.—Plur.  2:  diesedes  Mem. 
hist.  I  46,  di essedf's  Brutd.\h  124,  r/esm  neuast.  (Cuesta). — 
Plur.  3:  diessen  Cid  25,  Morea  344,  Alexanderbrief,  diesent 
Camp.  I,  ri essen  Cid  2774,  risseyit  Y.  A.  9.  —  Unregelmässige 
Formen  sind:  vidiesse  Gonzalo  S.  üom.  676,  rissen  Aragon 
(A.  5). 

Fui. 

In  Castilien,  Xavarra  und  Aragon  ist  der  Vokal  der  Stamm- 
silbe gewöhnlich   //c:  Sing.  1 :  faesse  Gonzalo  Loor.  78,  fuese 


'-)  Vergl.  yotrucre  Fuero  Viejo  de  Gastilla  1,  8,  2,  vergl.  qucro  bei  Gass- 
ner, AlLspan.  Verbum  S.  5,  wo  F.  Av.  52  niolit  stehen  sollte. 


Gotengeschichte  95,  Mem.  hist.  I  2^. — Si?iq.  2:  fueses  Gowzdlo 
Mil.  6^6. — Sing.  3:  fuesse  Cid  61,  Gonzalo  S.  Dom.  66,  Apoll. 
3,  Fuero  Juzgo  12,  3,  i,  Aragon  (A.  7),  fues  Gonzalo  Laur.  88, 
Apoll.  108,  Brutails  120,  Aragon  (G.  2). — Fho-.  1:  fuesse?nos 
Cid  2760,  Aragon  (C.  i).  —  Plur.  2:  fuessedes  Cid  2046,  Silos 
113,  Brutails  176. — Plur.  3:  fuesse?i  Cid  164,  Brutails  141, 
Morea  14,  fuesen  Gonzalo  S.  Mill.  464.  —  In  dritter  Person 
kommt  auch  0  vor:  fos  Cid  3590,  fosse  S.  Dom.  258,  Jossen 
Cid  2001,  Gonzalo  S.Dom.  743,fosen  Aragon  (F.  3J). — In  Leon 
findet  sich  u,  seltener  ue  :  fusse  Alex.  1009,  fasses  Alex.  I616, 
fus  L.  15,  AI.  1770,  fusse  Bb.  3,  5,  i,  Alex.  16 10,  fuese  Coy.  3, 
M.  F.  I,  fussemos  Alex.  1837,  fassen  Alex.  19 19. — Im  Altasturi- 
schen  ist  0  gewöhnlich: /05  F.  A.  17,  Tie,  fosse  F.  A.  8,  Camp.  I, 
Jfossen  F.  O.  5,  Di,  Camp.  4.  Daneben  findet  sich:  fuesse  F. 
O.  5,  fuese  E.  S.  III,  E.  R.  i,  fus  Bex.  3,  5,  i,  fust  F.  O.  11. 
— Xeuasturische  Formen  sind:  fos,  foses,  fos,  fosemos,  foses, 
fosen  Rato.  fos  A.  29,  Cuesta,  fues  A.  29,  fosemos  A.  12.  fosen 
A.  9. 

PARADIGMATA. 

Apocopirung  des  auslautenden  e  und  Schwanken  zwischen 
auslautendem  e  und  i  sind  nicht  in  Rechnung  gezogen,  eben- 
sowenig das  auslautende  -t  dritter  Person  im  Asturischen  und 
Leonesischen.  —  Di  ist  zur  zweiten,  n  zur  dritten  Conjugation 
hinzugezogen  worden. 

C  =  Altcastilien,  T  =  Toledo,  N  =  Xavarra  und  Aragon, 
L  =  Leon,  A  =  Asturien  (Altasturisch),  P  =  Portugal  (Alt- 
portugiesisch). 

Prät.  I. 
ö        amos 


C  K: 
T: 

L:  - 

A: 

P:  - 


ei 
e 
ei 

6i 


este 

este 

aste 

este 

aste 

'asti 

asti 


0 

öu 
öu 


amos 

amos 

emos 

amos 

amos 


astes 
astes 

astes 

estes 
astes 

astes 


aron 
aron 

aron 

aron 

arom 


54  - 


Prä/.  IL 


CN 
7; 

L: 


A 


P: 


iste 
iste 

ieste 
iste 
ieste 

Isti 


isti 


lO 

iö 
iö 

eo 

i'o 
eu 


lemos 
iemos 

imos 

iemos 

imos 
*'emos**) 

iemos 
"emos 
''imos 

emos 


iestes 

iestes 

istes 

iestes 

istes 
*estes 

iestes 
*estes 
*  istes 

estes 


ieron 
ieron 

ieron*) 
iron 
^erou 
ieron 
eron 
iron 
erom 


Das  /'  der  zweiten  Conjugation  ist  im  Portugiesischen  ge- 
schlossen. 


Prot 

.  ///. 

C  JS\- 

^ 

iste 

iö 

iemos 

iestes 

ieron 

T: 

iste 

ieste 

iö 

iemos 

imos 

iestes 

istcs 

ieron 

L: 

iste 

iö 

imos 

istes 

iron 

ieron 

A: 

*isti 

10 

imos 

istes 

iron 

ieron 

P: 

isti 

iu 

imos 

istes 

irom 

*)  Ueber  das  salmantinische  niro7i  siehe  oben. 

**)  Den  Sternchen,  welche  nicht  belegte  Formen  angeben,  bitte  ich 
nicht  zu  viel  Vertrauen  entgegen  zu  bringen,  besonders  nicht  in  ganz  un- 
interessanten Dingen.  Es  ist  selbstverständlich,  dass  ich  z.  B.  nicht  immer 
genau  weiss,  ob  ein  Dokument,  ans  dem  ich  fucra  notirt  habe,  nun  auch 
fiicran  hat  oder  nicht. 


—  55  — 
Starkes   Prä  f. 

Durchweg  haben  die  ^^-P^;ite^ita  und  die  eigenthchen  starken 
Präterita  dieselben  Endungen. 


CN: 

e 

iste 

0 

iemos 

iestes 

ieron 

T: 

e 

iste 

ieste 

0 

iemos 

imos 

iestes 

istes 

ieron 

L: 

e 

iste 

0 

iemos 

iestes 

ieron 

ieste 

imos 
*emos 

istes 
*estes 

iron 

*eron 

A: 

e 

*isti 

0 

iemos 
*emos 

iestes 

*estes 

ieron 
eron 

P: 

i 

isti 

e 

0 

emos 

estes 

erom 

Das  0  der  starken  Präterita  ist  im  Portugiesischen  offen. 


Prät.  fui. 

C  N:       fu      fuste      fue      fuemos      fuestes 

füi     fuiste     fo 
T:  fui     fuiste     fue      fuemos      fuestes 

*fu    *fuste  fustes 

fueste 
L:  fui     fuste      fu        fumos        fustes 

fueste       fue        fuemos         fuestes 
foi,  fo 
A:         foi    *fosti*)    fo      *fomos      *fostes 
foi,  foe 
fue 
P:  fui      fusti       foi       fomos        fostes 


fueron 

foron 
fueron 


furon 

fueron 

foron 


forom 


Plusq.  T. 

CTNLA:    ara    aras    ara    äramos    ärades    aran 
P:  ara    aras    ara    äramos    ärades    aram 


')  Fostijfomos,  fostes  sind  im  Neuasturischen  bezeugt. 


— 

56  ~ 

PIjj 

.sq.    IL 

c  t: 

V:  iera 

ieras 

iera 

ieramos 

ierades 

ieran 

L: 

*iera 

*ieras 

iera 

*ieranios 

*ierades 

ieran 

*ira 

*iras 

ira 

*iramos 

*irades 

*iran 

*era 

■"eras 

era 

*eramos 

*erades 

*eran 

A: 

*iera 

*ieras 

iera 

*ieramos 

*ierades 

*ieran 

*era 

*eras 

era 

*eramos 

*erades 

*eran 

F: 

era 

eras 

era 

eramos 

erades 

eram 

Das  f  der  zweiten  Conjiigation  ist  im  Portugiesischen  ge- 
schlossen. 

Plasq.  III. 


CTS:  iera 

ieras 

iera 

ieramos 

ierades 

ieran 

LA:    *ira 

*iras 

ira 

*iramos 

*irades 

iran 

*iera  - 

*ieras 

iera 

*ieranios 

*ierades 

*  ieran 

P:        ira 

iras 

ira 

iramos 

irades 

iram 

Starhs  Plusq: 

CTN:  iera 

ieras 

iera 

ieramos 

ierades 

ieran 

LA:    *iera 

*ieras 

iera 

*ieramos 

*ierades 

ieran 

*era 

*eras 

*era 

*eramos 

*  erades 

*eran 

(*ira) 

(*iras) 

(*ira) 

(*iramos ) 

( *irades ) 

(*iran) 

P:        era 

eras 

era 

eramos 

erades 

eram 

Das  c  tler  starken  Präterita  ist  im  Portugiesischen  offen. 


CTX: 

*fueri 

L: 

*fura 

*iuera 

A: 

*fora 

*fuera 

P: 

fora 

Pliisq.  V.  fai. 

fuera  *fueras  fuera  *fueramos  fuerades  fueran 

fora  *foran 

*furas    fura  *füramos  '^'fürades  *furan 

^fueras  *fuera  *tiieramos   *fuerades    *fueran 

*fora  *foran 

*foras    fora  *föramos  *förades    foran 

*fueras      fuera  *fueranios  *fuerades     *fueran 
foras     fora     föramos   förades     foram 


CTN 


LA: 


IL/p.  Fat.  1. 

are      ares      are      äremos      äredes     aren 
aro  ardes 

(artes) 
ar  *)    ares      ar  *)    armos        ardes       aren 
aremos         aredes 
(*artes) 
ar        ares      ar        armos        ardes       arem 


Hyp.  Tut.  IL 

CTS:  iere     ieres     iere     ieremos 
iero 


'ler 


leres     ler 


A. 


^w  ires  ir 
*er  *eres  er 
*ier      *iereä    ier 


lermos 
*ieremos 
*irinos 
*ermos 
*iernios 


*ieremos 
*er        *eres      er         *ermos 
(*ir)      (*ires)     (ir)      (*irmos) 
P:         er        eres      er        ermos 

Das  e  der  zweiten  Conjugation  ist  im 

schlössen. 

Eyp.  Fat.  111. 


ieredes 
ierdes 
(iertes) 
*ierdes 
ieredes 
irdes 
*erdes 
*ierdes 
iertes 
*ieredes 
*erdes 
(*irdes) 
erdes 


leren 


(eren) 
ieren 


iren 
*eren 
ieren 


eren 

(iren) 

erem 


Portiisfiesischen  se- 


CTN:  lere 

ieres 

iere 

ieremos 

ieredes 

ierei 

iero 

(iero) 

ierdes 

LA:     *ir 

*ires 

ir 

irmos 

irdes 

iren 

*ier 

*ieres 

ier 

*iermos 
*ieremos 

*ierdes 
♦ieredes 

ieren 

P:         ir 

ires 

ir 

irmos 

irdes 

irem 

*)  Neben  ar  findet  sich  im  LA  are,  ebenso  ist  im  CTN  ar  neben  ar^ 
recht  häufig,  doch  berücksichtige  ich  dergleichen,  wie  oben  schon  gesagt  ist, 
nicht,  um  die  Paradigmen  nicht  allzu  complicirt  zu  gestalten.  Ueber  solche 
Einzelheiten  gibt  die  Materialsamralung  Aufklärung. 


-50 


Starkes  hfp.  Fiit. 
C  TN:  iere     ieres     iere 

iero 


LA: 


ler 


leres     ler 


iöremos 

ieredes 

ierdes 

(iertes) 

iermos 

ierdes 

'ieremos 

*ieredes 

leren 


leren 


*er         *eres        er          *ermos           erdes  eren 

(*ir)      (*ires)      (ir)       (*irmos)         (*irdes)  (iren) 

P:         er        eres       er        ermos         erdes  eren 

Das  e  der  starken  Präterita  ist  im  Portugiesischen  offen. 

Hyp.  Fat.  von  fui. 
C  T  N:  fuere   fueres  fuere  fueremos  fueredes  fueren 

fuerdes  foren 

furmos      furdes  füren 

fuermos      *fuerdes  fueren 

*fueremos    *fueredes  *foren 

formos     *fordes  foren 

*fuermos      *fuerdes  *fueren 
für,  foro 
for      formos 


L: 


fuero 

*fore 

*fur 

fures 

für 

*fuer 

*  fueres 

fuer 
for 

*for 

*  for  es 

for 

*fuer 

*fueres 

fuer 

P: 


for       fores 


fordes       forem 


rrat.   Conj.  I. 

CTNLA:  asse    asses    asse    ässemos    ässedes    assen 

F:  asse    asses    asse    ässemos    ässedes    assem 

Neben  asse  findet  sich  im  Spanischen  aller  Orten  auch  as. 


Prät.   Co7i).  IL 

CTN:  iesse 

iesses 

iesse    iessemos    iessedes 

iessen 

L:        iesse 

iesses 

iesse  *iessemos    iessedes 

iessen 

*isse 

*isses 

isse    *issemos     *issedes 

issen 

*esse 

*esses 

esse     *essemos        *esscdes 

*essen 

A:      *iesse 

*iesses 

iesse  *i6ssemos  *iässedes 

iessen 

*esse 

*esse 

esse     *essenios       *essedes 

essen 

(*isse)  ( 

*isses) 

(isse)  (*issemos)     (*issedes) 

(*issen) 

P:      esse 

esses 

esse    össemos    össedes 

essem 

Das  e  der 

zweiten 

Conjugation  ist  im  Portugiesischea  ge- 

schlössen. 

—  59  — 
Prät.   Covj.  IJT. 

C  T:  iesse    iesses  iesse  iössemos    iössedes     iessen 

N:     iesse  *iesses  iesse  iessemos  *iessedes     iessen 

*isse       *isses       isse  *i'ssemos       *issedes  issen 

LA:  *isse      isses     isse  *issemos    *issedes        issen 

*iesse     *iesses      iesse  *iessemos     *iessedes  *iessen 

P:     isse      isses     isse  issemos      issedes        issem 

Sta7'kes  Prät.  Covj. 
CTN:  iesse    iesses    iesse    iössemos    iessedes    iessen 
LA:    *iesse    iesses    iesse    iessemos  *iessedes    iessen 

*esse      *esses       esse      *essemos      *essedes      *essen 
(*isse)  (*isses)     (isse)  (*issemos)    (*issedes)    (*issen) 
P:        esse     esses     esse     essemos     essedes     essem 

Das  e  der  starken  Prüterita  ist  im  Portugiesischen  offen. 

Prät.   Conj.  von  fiii. 

CT'iVl-fuesse  fuesses  fuesse  fuessemos  fuessedes  fuessen 

fosse  fossen 

L:      fasse  fusses  fasse  füssemos  *füssedes  fussen 
*fuesse  *fuesses    fuesse  *fuessemos    *fuessedes     fuessen 
*fosse  *fossen 

A:    *fosse  *fosses  fosse  *fössemos  *fössedes    fossen 
*fuesse  *fuesses  fuesse  *fuessenios    *fuessedes  *fuessen 
(fus) 
P:    fosse  fosses    fosse    fössemos    fössedes   fossem 

DIE  IRSPAMS(HE\  FOIOIEX. 

Auf  Grund  der   vorstehenden  Zusammenstellungen  lassen 
sich  folgende  Formen  als  urspanisch  vermuten: 

1.  Conjugatiop. 

Prät.  ei  asti  öu  amos        astes  aron 

Plusq.  ara  aras  ara  äramos    ärades  aran 

Hyp.  F.  aro  ares  ar  armos      ardes  aren 

P.  Conj.  äs  asses  äs  ässemos  ässedes  assen 


—  6o  — 


Prät. 

i 

isti 

Plusq. 

era 

eras 

Hyp.  F. 

ero 

eres 

P.  Conj. 

es 

esses 

Prät. 

i 

isti 

Plusq. 

ira 

iras 

Hyp.  F. 

iro 

ires 

P.  Conj. 

is 

isses 

Prät. 

i 

isti 

Plusq. 

iera 

ieras 

Hyp.  F. 

iero 

ieres 

2.  Coiijugation. 

iö  ( ?)       emos       estes  eron 

era  eramos    erades  eran 

er  ermos      erdes  eren 

6s  essemos  össedes  essen 

3,  Conjugation. 

iö        imos         istes  iron 

ira      iramos      irades  iran 

ir        irmos        irdes  iren 

is         issemos    issedes  issen 


Die  u-Prätcrita. 


0 

iera 
ier 


lemos 

ieramos 

iermos 


iestes  ieron 
iörades  ieran 
ierdes       ieran 


P.  Conj.    iös      iesses  ies     iössemos  iessedes   iessen 


Fid. 


Prät. 


füi     fuisti     fu6  fuemos      fuestes     fueron 

fusti      fo  foron 
Plusq.    fuera  fueras  fuera  fuäramos  fuerades  fueran 

fora  foran 

Hyp.  F.  fuero  fueres  fuer  fuermos     fuerdes     fueren 

für  foren 

P.  Conj.  fues  fuesses  fues  fuessemos  fuessedes  fuessen 

fos  fossen 


§  6.  AMIERKLXGEX. 

1.  Der  thematische  Vokal. 

Das  ie  der  starken  und  w-Präterita  hat  sich  im  Castilischen 
der  zweiten  und  dritten  Conjugation  bemächtigt.  Bemerkens- 
werth  sind  Spuren  des  /  im  Aragonischen;  dagegen  sind,  wie 
oben  gesagt  ist,  die  toledanischen  und  neuspanischen  Endungen 


—  6i  — 

-imos  -istes  (neusp.  -isteis)  nicht  als  Reste  der  z'-Conjugation 
anzusehen. 

Im  Asturo-Leonesischen  leistet  das  i  dritter  Conjugation 
noch  energischen  Widerstand,  dagegen  ist  das  e  zweiter  Con- 
jugation schon  unterlegen.  Xur  in  Nebenformen,  die  nicht 
mehr  speciell  auf  die  zweite  Conjugation  beschränkt  sind, 
kann  man  das  e  noch  antreffen. 

Im  Prät.  Sing.  2  ist  -isti  in  zweiter  Conjugation,  in  den 
starken  und  ?/-Präteritis  durch  Umlaut  aus  -*esti  zu  erklären. 
Ebenso  sind  fuisti  und  fusti  durch  Umlaut  aus  ^fuesti  und 
"^fosti  entstanden.  Dagegen  wird  -esti  in  erster  Conjugation 
als  Analogiebildung  nach  der  auf  -e  endigenden  ersten  Person 
anzusehen  sein,  veranlasst  durch  die  Vokalgleichheit  in  7ncti, 
Tnetisti,  sali,  salisti,  vergl.  §  3. 

2.  Die  ÄccentcerscJdebung  in  -io. 

Die  Accentverschiehung  in  -iö,  fue  schreibe  ich  dem  aus- 
lautenden -t  zu,  vergl.  meine  Abhandlung  über  das  Possessiv- 
pronomen in  den  altspanischen  Dialekten.  Gelegentlich  meiner 
Arbeit  über  das  Imperfectum  hatte  Prof.  Suchier  die  Freund- 
lichkeit mir  zu  schreiben:  „Ihre  Thatsachen  sind  gewiss  so  zu 
erklären,  dass  -ia  nur  im  Auslaut  blieb,  dagegen  im  Inlaut 
stgts  zu  ie  wurde.  Also  strengphonetisch  Sg.  via,  PL  *t7Vs." 
Aehnliche  Ansichten  bringt  jetzt  auch  Adolf  Zauner,  Literatur- 
blatt f.  g.  u.  r.  Ph.  1898  Sp.  193.  Die  EezuCT^nahme  auf  aus- 
lautendes -t  ist  meine  Hypothese.  In  wie  weit  cadiot,  laiscaret 
etc.  m  den  von  Priebsch  veröffentlichten  Glossen,  und  decent, 
confirmaront  etc.  in  asturo-leonesischen  Dokumenten  einen 
sprachhistorischen  Wert  haben,  weiss  ich  zwar  nicht  zu  sagen, 
aber  es  hegt  kein  Grund  vor,  den  Abfall  des  -t  in  eine  sehr 
frühe  Epoche  zu  setzen. 

Aus  dem  Schwanken  zwischen  asturischem  -lo  und^casti- 
lischem  -io^  sowie  zwischen  tenki  und  tenic  in  dritter  Person 
schliesse  ich,  dass  das  -t,  welches  in  *mli6f  die  Accentver- 
schiehung bewirkte,  in  der  für  den  Lautwandel  entscheidenden 
Periode  nicht  mehr  fest  war,  und  ausserdem,  dass  der  Abfall 


—    62    — 

im  Westen  weiter  fortgeschritten  war  als  im  Osten.    Wie  tawa 
zu  tenic  verhält  sich  wohl  fof/  zu  fui'. 

3.  Zur  Apocopirung. 

In  Bezui^'  auf  das  Schwanken  zwischen  avieste^  amcst,  saliste, 
mlist  etc.  habe  ich  in  meinen  Miscdtinca  de  rersificacion  cas- 
tellana  vermutet,  dass  amest^  salist  als  proklitische,  avicste, 
suliste  als  Pausalformen  aufzufassen  seien. 

In  einer  wohlwollenden  Anzeige  im  Literaturblatt  f.  g.  u.  r. 
Ph.  1898  Sp.  192,  aus  welcher  ich  Manches  gelernt  habe,  hält 
Adolf  Zauner  dergleichen  für  eine  unrichtige  Vorstellung  und 
sagt:  „AVer  wird  behaupten,  dass  Wörter  wie  vezin,  pleit, 
cstrunicnt  u.  s.  w.  proklitisch  gebraucht  werden  können?''  Der 
Einwurf  konmit  mir  nicht  unerwartet,  und  ich  benutze  die  Ge- 
legenheit um  Einiges  zu  sagen,  was  zur  Erläuterung  meiner 
Theorie  nützlich  sein  kann. 

Zunächst  können  vezin,  pleit,  estrament  im  eigentlichsten 
Sinne  proklitisch  sein.  Zwischen  nuestra  madre  und  madre 
nuestra  besteht  kein  Unterschied  der  Betonung:  das  Substan- 
tiv und  das  Pronomen  sind  proklitisch,  sobald  sie  voranstehen. 
Kann  man  nun  nicht  auch  jileit  nacstro  sagen?  Wenn  zudem 
ß  de,  mont  de,  cas  de  proklitische  Formeln  sind,  was  ist  dann 
gegen  tezin  de  einzuwenden?  Vergleiche  hierzu  ganz  beson- 
ders die  Apocopirung  der  Vornamen:  Fervan  Gonzalez,  Garci 
Lopez  etc. 

Ferner  aber  lässt  sich  nach  spanischen  Betonungsgesetzen 
der  Begriff  des  Proklitischen  noch  viel  weiter  ausdehnen.  Der 
Hauptaccent  liegt  am  Schluss  des  Einzelsatzes;  die  in  dem- 
selben Atem  gesprochenen  vorhergehenden  Accente  treten 
zurück.  Das  heisst  so  viel  als:  das  Kolon  hat  grosse,  der  Fuss 
geringe  Bedeutung;  und  darauf  beruht  der  Gegensatz  zwischen 
romanischer  und  germanischer  Metrik.  Gegenüber  dem  in 
Pausa  stehenden  Worte  sind  alle  übrigen  als  proklitisch  zu 
betrachten. 

Man  darf  nicht  vergessen,  dass  der  s})anische  Accent  keine 
logische  Bedeutung  hat.     Redet  man  einen  Kutscher  auf  der 


-  63  - 

Strasse  an,  und  er  antwortet  „ooipado^'  oder  ^.desocupado'K  so 
ist  er  durch  kein  Xacli fragen  dazu  zu  bringen,  der  Vorsilbe  den 
logischen  Accent  zu  geben,  den  der  Deutsche  erwartet.  Wir 
verteilen  die  Betonung  nach  der  Bedeutsamkeit  der  Worte, 
der  Spanier  nach  mechanischer  Regel. 

Uebrigens  wäre  die  Frage,  wie  weit  man  den  BegrilY  ,,pro- 
klitisch"^ ausdehnen  kann,  ein  Streit  um  Worte.  Meine  ]\Iei- 
nung  ist,  dass  die  auslautenden  spanischen  Vokale  -e,  -i,  -o  und 
auch  -a  (daher  ist  das  Apocopirungsgesetz  mit  dem  Synco- 
pirungsgesetz  nicht  identisch)  im  Verlauf  der  Atemgruppe  zum 
Verstummen  neigten,  dagegen  in  den  den  Satzaccent  tragen- 
den Pausalformen  meistens  erhalten  blieben.  Dabei  ist  an  den 
starken  Xebenaccent  zu  erinnern,  den  nach  spanischer  (nicht 
nach  chilenischer)  Aussprache  die  unbetonte  Endsilbe  in  i'ausa 
erhält. 

4.  Excurs:  Zur  Frosodie. 

Ohne  Beziehung  zu  dem  Thema  des  Aufsatzes,  aber  im  An- 
schluss  an  das  eben  Besprochene  möchte  ich  an  dieser  Stelle 
einen  Excurs  einfügen. 

Da  man  überlieferte  Irrtümer  nur  dann  aufgiebt,  wenn  man 
muss,  so  hat  meine  Behauptung,  es  sei  tenies,  tenie,  tenicn  zu 
sprechen,  viele  Zweifler  gefunden. 

Die  Thatsache  wird  durch  Reime  vollkommen  sicher  ge- 
stellt: sediert,  entendicn,  havien,  hieii  Gonzalo  S.  Oria  148, 
ganariSmos,  mereciemos,  ficicmos,  quisicmos  S.  Oria  dZ,  apri- 
siemos,  podriemos,  diezmos,  sericmos  Alex,  1363,  öic?2,  Saycn, 
yacien,  zericn  Poema  de  Jose  21,  fazien,  dezicn,  dcticn,  hion 
Juan  Ruiz  1283,  sabicn,  hicii  Libro  de  los  Reyes  de  Oriente. 
Es  steht  fest,  dass  der  aus  kurzem  lateinischem  e  entstandene 
Diphthong  ic  gesprochen  wurde,  vergl.  Anm.  5.  Zudem  spricht 
für  teiiic  die  Analogie  von  pidiö,  vergl.  Anm.  2.  Schliesslich 
bewirkt  U  im  Imperfectum  dritter  Conjugation  Umlaut.  Aller- 
dings nimmt  auch  Baist  an,  es  sei  'le  und  üe  gesprochen 
worden,  er  widerlegt  sich  aber  selbst,  indem  er  in  Gröbers 
Grundriss  I  S.  700  simiente,  cimiente  mit  prision,  igual  zusam- 
menstellt. 


-  64- 

Xun  möchte  ich  aber  die  Frage  auch  von  der  prosodischen 
Seite  beleuchten.  Zauner  sagt  a.  a.  O.:  „Ist  in  den  Verbin- 
dungen io,  ia,  ie  der  erste  Bestandteil  betont,  so  gelten  sie  in 
der  Regel  als  zweisilbig.  Es  scheint  aber,  dass  trotzdem  auch 
Verschleifung  zu  einer  Silbe  zulässig  war."  Diese  Verschlei- 
fung  ist  bekanntlich  nicht  nur  zulässig,  sondern  Gesetz  bei  den 
Lyrikern  des  XVI.  und  XVII.  Jahrhunderts  und  zwar  wohl 
durch  italienischen  Einfluss;  jetzt  ist  sie  zwar  möglich,  aber 
nicht  regelmässig.  AVie  erklärt  sie  sich  ?  Eben  durch  die 
besprochene  Satzbetonung.  Ilabla  risfo  unterscheidet  sich  in 
der  Aussprache  wenig  von  hahiaüsto\  folglich  kann  ia  als  un- 
betont angesehen  werden,  und  folglich  kann  es  prosodisch  als 
Diphthong  gerechnet  werden.  Daher  sagt  Garcilaso  de  la  Vega, 
Egloga  II  Seguia  la  caza  con  estudio  y  ga7ia,  aber  (ebenda) 
Que  cada  dia  cantareis  mi  muerte.  Das  erste  Mal  steht  ui  un- 
betont und  gilt  als  eine  Silbe,  das  zweite  Mal  steht  es  betont 
in  der  Cäsur  und  gilt  als  zwei.  X"un  bitte  ich  nicht  zu  über- 
sehen, dass  Garcilaso  r'ö,  ca  etc.  gerade  so  braucht.  In  der- 
selben Egloga  findet  sich  Oh  cMiras  ondas,  como  zeo  presente 
und  Manden  que  complacerte  sea  mi  oßcio. 

Wenden  wir  uns  nun  zum  Altspanischen,  so  ergiebt  sich  auf 
den  ersten  Blick,  dass  Gonzalo  de  Berceo  andere  prosodische 
Gesetze  befolgt  als  Garcilaso  de  la  Vega.  Bei  Gonzalo  sind 
ia,  io,  n\  ca,  vo  etc.  zweisilbig.  Das  ist  die  Regel.  Ob  die- 
selbe einige  Ausnahme  zulässt,  wird  sich  zur  Zeit  wohl  schwer- 
lich bestimmen  lassen.  Darauf  kommt  es  auch  gar  nicht  an. 
Nun  frage  ich,  warum  sind  bei  Berceo  die  Endungen  -za,  -io, 
-)'a,  -CO  zweisilbig,  warum  sind  auch  gu'ie  S.  Dom.  474  und  inen 
Duelo  33  zweisilbig,  und  warum  ist  die  Endung  in  tenie  ein- 
silbig? Wie  erklärt  sich  die  Verschiedenheit  der  Behandlung 
der  ersten  und  der  dritten  Person  des  Singulars?  *)     Wollte 


*)  Die  Möglichkeit,  dass  der  Unterschied  von  tenia  1  und  tetiie  3  eine 
Erfindung  Gonzalo's  wäre,  ist  natürlich  ganz  ausgeschlossen,  vergl.  z.  B.  die 
Dokumente  von  Silos,  die  Uebersetzung  der  Gotengeschichte,  den  Auszug 
aus  der  Chronik  Alfonso's. 
bestätigen  die  Regel. 


-  65  - 

man  trotzdem  immer  noch  Verschleifung  in  *teidc  annehmen, 
so  wäre  doch  schhesshch  darauf  aufmerksam  zu  machen,  dass 
Verschleifung  in  betonter  Stellung  am  Versende  unmöglich 
ist:  ^sedt-e7i  müsste  dann  mit  rl-en,  f'-cn,  gu'-cn  reimen  und 
könnte  nicht  mit  hien^  Sayen,  detien  im  Versauslaut  derselben 
Strophe  erscheinen. 

ö.    Naiseren.  naisceset. 

Die  Thatsache,  dass  zur  Zeit  der  ältesten  spanischen  Sprach- 
denkmäler der  Diphthong  ie  als  ic  gesprochen  wurde,  ergiebt 
sich  einerseits  aus  der  Parallele  z^Yischen  teiac  und  pidiö,  tenics 
und  JJiös.  Andererseits  daraus,  dass  bei  Gonzalo  ie  mit  e 
reimt,  wenn  auch  nur  selten.  Schliesslich  daraus,  dass  prä- 
palatale  Consonauten  das  i  absorbiren:  mager,  dixeron;  vergl. 
tollö,  dixoron  und  beachte  besonders  exe  für  exie  im  Alex.  139. 

Die  ältesten  Beispiele  für  letzteren  Vorgang  bieten  die  von 
Priebsch  veröffentlichten  Glossen  aus  dem  11.  Jahrhundert. 
Dort  finden  sich  naiseren  62  und  naisceset  2^2.  Das  bedeutet 
naxeren  und  naxesse  und  diese  Fomien  stehen  für  *naxieren 
und  *?iaxiesse.  Die  Entwickelung  von  sce  zu  xe  findet  sich 
auch  in  ohetereiscitu  7  und  ist  auch  sonst  bekannt,  vergl.  z.  B. 
Baist  in  Gröbers  Grundriss  S.  705  (peje). 

Man  muss  wissen,  dass  in  navarro-aragonischer  Orthographie 
durch  vorgesetztes  /  bezeichnet  wird,  dass  der  folgende  Con- 
sonant  präpalatal  ist:  adduitos  56  (/iü  =  präpalatalem  ?"  oder 
=  ch),  scuitare  I06,  streita  176,  ueryoina  150  {in  =  ?T),  entraina 
206,  inpreinnaret  Jj,  conceilb.i  2Ji^i  (ill  =  II),  taillatu  250. 
Das  ist  die  gewöhnliche  navarrische  Orthographie,  die  sich 
auch  anderswo  findet,  z.  B.  bei  Brutails:  ffito  12,  condmto  12, 
muitos  12  (feycto  5),  seynnores  18,  sieyllo  18,  traysso  98  {yss 
=  .r),  deissen  70.  Geht  /  vorher,  so  hat  diese  Orthographie 
kein  Mittel,  den  präpalatalen  Gharakter  des  Consonanten  zu 
bezeichnen.  Das  Xavarrische  kennt  sowohl  dito  als  dicho, 
aber  die  in  alter  Orthographie  geschriebenen  Urkunden  bieten 
nur  dito;  es  wird  geschrieben  deissar  Brutails  70,  aber  disso 
^j;  aqueyllas  17,  aillenar  5,  aber  immer  rilla  ^2  u.  ö.     Dieser 

(5) 


—  66  — 

und  andere  üebelstände  haben  veranlasst,  dass  nach  und  nach 
die  castihsche  Orthographie  angenommen  wurde. 

6.  AnliaiKj:  Der  Conjunctir  von  seer. 

Anhangsweise  verbessere  ich  einen  Irrtum  einer  früheren 
Arbeit.  Ich  habe  einmal  geäussert,  sia  k()nnte  im  Aragoni- 
schen auf  catalanischen  Einfluss  zurückgehen;  es  ist  aber  eine 
echtspanische  Form,  die  sich  ül)erall  findet,  nur  merkwürdiger 
Weise  nicht  in  Castihen. 

Der  geläufige  Conjunctiv  des  Verbums  secr  ist  sea,  seas,  •'iea, 
searnos,  seades,  scan:  scas  Alex.  51,  sea  Gonzalo  S.  Dom.  136, 
Jacobo  Ruiz  Einleit.,  Aragon  (A.  i),  Brutails  16.  32,  Sah.,  F. 
A.  40,  F.  O.  II,  Dd,  Camp.  3,  seamos  Gonzalo  S.  Dom.  245, 
Brutails  12,  Aragon  (B.  2),  M.  F.  II,  Camp.  9,  i^ern/es  Jacobo 
Ruiz  I,  I,  I,  Aragon  (A.  6),  Camp.  3,  secui  Jacobo  Ruiz  i,  i,  i, 
Aragon  (A.  3),  Brutails  12,  Coy.  2,  F.  O.  13,  sea/tt  De.  Der- 
selbe ist  in  Asturien  mit  sia  gleichberechtigt,  in  allen  anderen 
Gegenden  ist  er  vorherrschend. 

Es  finden  sich  auch  Nebenformen  mit  //  und  zwar  besonders 
im  Osten  und  Westen,  aber  auch  in  Castilien:  se//an  (zweimal, 
aber  auch  sean)  Dokument  aiTs  Burgos  bei  Ferotin  197,  seya 
Cronica  de  Morea,  Brutails  16.  18,  seia  Navarra  (E.  4),  sef/a 
Aragon  (A.  3 ),  si:\>/a,  seyas,  se>/a,  sei/amos,  seyadcs  Apoll.  251, 
478,  87,  206,  z},'!  (aber  sean  443,  die  Formen  mit  y  führe  ich 
auf  den  aragonischen  Schreiber  zurück),  seya  Fuero  Juzgo, 
cod.  de  Murcia  10,  i,  17,  seia.  F.  A.  6,  seya  Esc.  12.  Im  Westen 
wird  man  dieselben  mit  dem  portugiesischen  se^a  zusammen- 
zustellen und  abweichende  Lautgesetze  anzunehmen  haben. 
Im  Osten  ktumen  sie  analogistisch  durch  Einfiuss  von  seyendo, 
haya  etc.  zu  erklären  sein.  Das  y  findst  sich  nJüiilich  im  Osten 
auch  in  Formen,  wo  es  lautlich  nicht  berechtigt  ist:  seyer 
Morea  19,  71,  daneben  findet  sich  seyr  Morea  51  Ccfr.  reyi-  259, 
Apoll.  30). 

Neben  dem  zu  seer  gehörigen  sea  findet  sich  nun  auch  sia 
{  =  *sia)n)  und  zwar  in  Navarra,  Aragon,  Asturien  und  Leon: 
sia  Brutails  5,   Aragon  (F.  2  u.  ö.),   Apoll.  274   (Einfiuss  des 


-  67  - 

aragonischen  Schreibers),  M.  F.  I,  F.  A.  19,  E.  S.  II,  sie  in 
einem  lateinischen  Dokument  von  11 88  bei  Brutails  p.  XIV, 
V.  II,  si.amos  Aragon  (D.  2),  siant  F.  A.  10,  s>.en  V.  II,  F.  A.  52. 

Zum  Zweck  der  Reconstruction  der  Formen  krmnen  die 
Analogiebildungen  dia  und  estia  beitragen:  dia  L.  4.  Bc.  2,  3, 
3,  F.  A.  13,  Dk.,  Camp.  2,  3,  3,  die  L.  24.  Ba.  2,  2,  8,  Camp. 
2,  2^^,  diades  citirt  von  Fernandez-Guerra  S.  74  aus  einer 
Urkunde  von  Oviedo,  dian  L.  8,  M.  F.  L  P\  O.  13,  dien  L.  19, 
M.  F.  I,  Camp.  19;  estia  Coy.  6,  Esc.  6,  4,  8,  estian  L.  3, 
estien  Dk. 

Darnach  lässt  sich  erschliessen,  dass  die  ursprüngliche 
Flexion  dem  Imperfectum  zweiter  und  dritter  Conjugation 
gleich  Avar: 

sia 

sies 

sie,  sia 

siemos 

siedes 

Sien. 

Dazu  wurden  sias,  siamos,  siades  gebildet.  Das  Ueber- 
wiegen  des  ia  in  den  vorhandenen  Beispielen  erklärt  sich  da- 
durch, dass  dasselbe  gerade  auf  den  Gebieten  am  frühesten  ie 
verdrängte,  wo  sich  sia  erhalten  hat,  während  Castilien  .sea 
aufweist. 

Mit  den  Formen  der  Glossen  sie(/at,  siegant,  siegan,  siegam 
weiss  ich  ebensowenig  wie  Priebsch  etwas  anzufangen. 

Neuasturisch  ist  sea  häufig  A.  99  u.  ö.,  ebenso  sea7i  A.  9, 
doch  entspricht  letztere  Form  nicht  den  neuasturischen  Laut- 
gesetzen, wogegen  ses  (=seas)  A.  112  regelmässig  ist.  Ebenso 
häufig  ist  sia  A.  67  (erste  Person),  A.  17  (dritte  Person).  Die 
Flexion  ist  nach  Rato  sia,  .-iies,  sia,  siamiis,  sieis,  siew,  auch 
mit  eingeschobenem  y;  siyes,  siya.  Die  Formen  s'i.es,  s'ien  sind 
neuasturische  Bildungen  und  haben  mit  sies,  sien  der  alten 
Sprache  nichts  zu  thun,  sie  gehen  vielmehr  2Mi  sias,  sian  zu- 
rück; vergl.  was  ich  über  m'^es  in  meinem  Artikel  über  das 
Possessivpronomen  sage. 


—  68  — 

Für  das  AVestastinische  gibt  Munthe  sea.  In  den  Conjunktiv- 
formen  die,  estii-  k(')niiten  sich  thatsächlich  die  alten  gleich- 
lautenden Formen  erhalten  haben. 

Im  Galicischen  findet  sich  neben  sea  und  sexa  auch  der 
(.'onjunktiv  sia.  sias,  sia,  siatnos,  siades,  sian;  vergl.  Saco  Arce, 
(Tramatica  cralleira.  Lu<:o  1868. 


— --v_»-_-2S-^-C:f - 


TD 


Universityof  Toronto 
Library 


DO  NOT 

REMOVE 

THE 

CARD 

FROM 

THIS 

POCKET 


Acme  Library  Card  Pocket 
LOWE-MARTIN  CO.  Limited 


ilit^SfÄ-